Natur & Spiritualität
Natur & Spiritualität                                                                                                                   

 

 

Frau Holle

 

 

Viel wird erzählt und geschrieben von Frau Holle. Wer war sie wirklich? Nur eine Märchenfigur? Oder die Göttin von Urzeiten? Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Frau Holle hieß in alten Zeiten mal Frau Frigga und sie war die Gattin des Göttervaters Wodan. So wurde sie im Norden von Schleswig bis Norwegen genannt. Hier in Mitteleuropa hieß sie Frija. Nach ihr wurde unser 'Freitag' benannt. Frija war die Göttin und Hüterin der Frauen und Mütter, der Ehe und Familie, des Herdes und Hauses, auch der Liebe und Fruchtbarkeit. Da man die alten Götternamen im christlichen Lande nicht mehr nennen durfte, lebte Frigga meist unter anderen Namen weiter. Hier und da kannte und nannte man noch die Frigg wie in Brandenburg. Im Alpenraum wurde sie Frau Perchta genannt, das bedeutet: die Glanzvolle. In Norddeutschland hieß sie Frau Gode, abgeleitet von Wode/Wodan, ihrem Mann. In Hessen und Thüringen hieß sie Frau Holle. 'Holle' kommt von Hulla oder Hulda, das war ein Beiname der Frija, der bedeutet: die Huldvolle, die Gnädige. Sie ist aber auch im Märchen nicht nur die gutmütige Alte, sondern die mächtige Himmelsfrau, die den Himmel nicht nur für Wetter und Schnee, sondern auch für Segen und Fluch, Gedeih und Verderben öffnen kann.

Am hohen Meißner erzählte man: Wenn sie Brot bäckt, flammt der Himmel rot; wenn sie Suppe kocht, dampft es am Berg; wenn sie Wäsche wäscht, regnet es; wenn sie Fäden spinnt, kommt der Altweibersommer; wenn sie Betten schüttelt, so schneit es. 
Frau Holle ist also eine Personifizierung der Naturkräfte, z.B. der heulenden Sturmwinde und des wilden Schneetreibens im Winter. Dann, so sagte man, zieht "die alte Frigg" mit ihrem Wagen und ihren bellenden Hunde durch die Lüfte. Frau Holle steht auch für weibliche Weisheit und Intuition, für Tatkraft, Geschicklichkeit, Verbindlichkeit und Gerechtigkeit – d a s ist der Schirm und Schutz für Frauen und Mädchen, für Haus und Herd. Es gibt von ihr nicht nur das bekannte Hollemärchen, es gibt eine ganze Reihe von Geschichten, einige davon sind ursprünglicher, andere Motive hat man einfach auf diese Figur übertragen (Z.B. die verbotene Tür in "Die gleissende Kammer").

 

 

 

 

Buchtipp

Druckversion | Sitemap
© Jürgen Wagner