Die Liederoase Natur & Spiritualität
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Wüstenerfahrungen

 

 

Es waren die legendären 40 Jahre in der Wüste, in der das Volk Israel einst seine Lehrjahre hatte. Und es war auch die Wüste, in der Jesus von Nazareth sich einst innerlich gefestigt hatte (Mt 4). Es war auch das verwüstete Deutschland im Jahre 1945, in dem wir hierzulande langsam zur Besinnung kamen, uns von unserem Größenwahn erholten und eine beispiellose Zeit des Friedens und des Wohlstandes schufen. Es sind erstaunlicherweise oft solche 'Wüstenzeiten', in denen wir einen Entwicklungsschritt machen.

 

Das muss sich freilich nicht nur schicksalhaft ereignen. Die indianischen Völkern hatten einst Rituale wie die Schwitzhütte, den Sonnentanz und die Quest, in denen sie die Bedingungen dafür schufen, dass der Mensch seine Kraft entdeckt, den Geist, seine Berufung. Auch heute gibt es viele Möglichkeiten, über sich hinauszuwachsen: sei es eine Nacht im Freien, eine Bergbesteigung, eine 'Pilger'reise, eine Yoga-Ausbildung, ein soziales Jahr, eine Zeit im Ausland oder anderes mehr.

 

Schauen wir nach Indien, war es insbesondere Siddharta Gautama, der auf einem langen und entsagungsvollen Suchweg einen inneren Durchbruch erlebt hat, der für viele wegweisend wurde.  Er hatte Bedingungen dafür gefunden, wie man sich innerlich lösen und zu Frieden kommen kann. Er wurde der 'Erwachte' ('Buddha'). Es ist gleichsam der See, der nicht mehr aufgewühlt wird, der ruhig und klar wird bis auf den Grund. Wir würden sagen: da ist jemand, der inneren Frieden, Weisheit und Klarheit gefunden hat.

 

 

 

 

 

 

'Die Liederoase'

 

 

Diese Seite hier kann eine 'Oase' sein, ein Ort, an dem man rasten und etwas zu sich nehmen kann. Sie kann auch ein Ort sein, an dem man manches neu sieht oder neue Impulse bekommt. Es ist nicht nur der tägliche Kampf des Lebens, der einen weiterbringt, manchmal braucht es auch diesen Ruhepunkt, um sich klären und erholen zu können. 

 

Wir leben heute in einer Zeit, wo es immer drängender wird, dass wir Menschen auf der Erde uns besinnen und dass wir uns beschränken, wenn wir nicht globale Katastrophen heraufbeschwören wollen. Dazu braucht es eben auch die innere Abkehr diesem Ansprüchen als wäre die Erde unser Eigentum und wir der Herr im Haus.

 

Die Frage kann man durchaus stellen, was mit uns Menschen eigentlich los ist, dass wir so eine Entwicklung genommen haben, die uns zwar Nahrung, Technik, Medizin und Wohlstand verschafft, aber den anderen Lebewesen zunehmend den Raum nimmt. Wir beanspruchen (fast) alles für uns - und der Rest muss weichen oder sterben. Wir empfinden uns als das höchstentwickelte Wesen auf der Erde, dem zuerst Würde zukommt. Fragten wir die anderen Wesen, würden die meisten uns wohl als das größte Raubtier einstufen, vor dem man hüten muss, wenn man kann.

 

Vielleicht stehen wir an einem echten Wendepunkt unserer Entwicklung. Wir können so weitermachen wie bisher. Wir könnten aber auch zu einer tiefen Hochachtung gegenüber der Natur gelangen, wenn wir ihren langen und anstrengenden Weg betrachten - der sich auch heute noch in all den Mühen fortsetzt, die wir und die anderen Wesen mit unserem Leben haben.

Wir könnten jedes Wesen noch mal neu betrachten auf seine Fähigkeiten hin, auf sein Wesen, auf seine Schönheit, auf seinen Platz im Gesamtgefüge. Dann würden wir vielleicht entdecken, dass auch wir einen Platz darin brauchen, der nicht so zerstörerisch ist, wie er das heute ist.

 

Es ist ja nicht der Gott, der uns atmen lässt: die Wälder sind es, die die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir atmen können. Nicht ein Gott hat uns aus Erde geformt: Wasser und Licht sind die Grundlage dafür, dass Leben überhaupt möglich ist. Wenn wir nur diese beiden elementaren Zusammenhänge verstehen und z.B. die Wälder und Meere vor Raubbau und Vermüllung schützen könnten, hätten wir schon sehr viel erreicht. Kein Gott, kein Geist, kein Engel und kein Buddha kann uns retten, wenn wir die Lebensgrundlagen auf Erden antasten.

 

Wie können wir diese Entwicklung aufhalten, dass die immer noch wachsende Menschheit diesen Planeten ausbeutet auf Kosten all der anderen Lebensformen? Wahrscheinlich werden wir die sich abzeichnenden globalen Krisen nicht abwenden können, aber es kann ein neues Bewusstsein wachsen, eine tiefe Achtung der Natur und der anderen Wesen. Wir dürfen die alte Überheblichkeit hinter uns lassen als sei der Mensch etwas Besseres und Würdigeres, als rechtfertige seine Rationalität eine Gottebenbildlichkeit, der er nie gerecht geworden ist. Würde er Verantwortung übernehmen und den Erdengarten tatsächlich zum Wohle aller 'bebauen und bewahren' (1. Mose 2/15), dann käme er vielleicht diesem Wesen nahe, das die 'Herrschaft' des Himmels glaubhaft widerspiegelt. 

 

Jeder kann täglich in seinem Umfeld etwas zum Wohl der Wesen beitragen. Jeder kann die Natur und die anderen Wesen sehen in ihrer Schönheit, ihrer Kraft, ihrem Reichtum und ihren Fähigkeiten. Wer es sieht, braucht und kann sie nicht mehr zerstören. Wir werden dann andere Menschen sein, werden andere Maßstäbe anlegen und andere Prioritäten setzen. Die Erde ist eben nicht das Paradies, das wir uns erträumen, sondern dieses unglaubliche Kleinod im Universum, dieser blaue Planet, dieses so unwahrscheinliche Leben, so lang oder so kurz es auch sein mag, so mühevoll und so beglückend, so erfreulich und so schmerzlich es eben ist.

 

 

Hier eine kleine Kostprobe dieser Liederoase, die eine große Bandbreite des Natürlichen und Menschlichen umfasst: 

 

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© Jürgen Wagner