Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

 

Schamanismus

 

 

 

 

Der Schamanismus ist unser aller ältestes spirituelles Erbe - alle religiösen Traditionen zehren davon. Nachdem die Christen die Anrufung konkreter Geister durch die Anrufung des allgemeinen Vaters und Sohnes und Heiligen Geistes ersetzt und die naturreligiösen Wurzeln fast ausgerottet hatten, wurde in Europa fast alles tabu, was an diese Vergangenheit rührte.

 

Einige Volksbräuche haben überdauert, die unsere ältere Herkunft noch bezeugen: Faschingsumzüge im Februar, Eiersuche an Ostern, die Aufstellung des Maibaums, das Entzünden des Sonnwendfeuers, Erntedank, das Flechten des Adventskranzes, das Aufstellen des Tannenbaums, das laute Silvesterritual. 

 

 

In der frühen Zeit der Menschheit, als man noch mehr mit allem verbunden war, ging man selbstverständlich davon aus, dass die ganze Natur beseelt ist. Wir ahnen das heute wieder, dass wir Menschen Seele und Geist nicht gepachtet haben. Und wir beginnen die feine Wesensart zu entdecken, wie sie in den anderen Wesen da ist und sich äußert. Keiner will zurück in die alten Ängste vor Geistern. Aber wir suchen wieder den  e i n e n  großen Lebenszusammenhang, in dem wir Menschen einen gewissen Gipfel der Entwicklung erklommen haben, aber nicht abgetrennt sind von allen anderen Wesen. Erst so könen wir unsere hohe Gabe gleichzeitig als hohe Aufgabe sehen und verantwortlich handeln.

 

 

 

 

 

 

Da es auch bei uns immer mehr Menschen gibt, die den alten Traditionen mit offenem Herzen zu begegnen versuchen, gibt es auch Schamanen, die zu uns kommen und bei uns ihre Rituale durchführen und ein wenig erklären. Während wir als Christen zu Vater, Sohn und Heiligem Geist beten - und es nie zu einer Begegnung kommt -, gehen die   Schamanen in der Trance auf eine andere Ebene des Bewusstseins und haben auf dieser Geistebene die unzweifelhaften Begegnungen, die wir manchmal schmerzlich vermissen. Sie begegnen dem Geist nicht generell, sondern dem Geist eines Ortes, einer Pflanze, eines Tieres, eines Ahnen.

 

Wir kennen das auch, aber aus der Perspektive unserer normalen Alltagswelt: ein Ort hat eine bestimmte Ausstrahlung, Energie, Schönheit oder Häßlichkeit. Wir reden vielleicht mal mit einer Pflanze und mit einem Tier und spüren den Unterschied. Wir sind noch in Verbindung mit einem  lieben verstorbenen Menschen uns spüren etwas von seiner Aura, die noch irgendwo bei und in uns ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob Tiere eine Seele haben?

Man müsste manchmal besser fragen:

Wo ist die uns're denn geblieben,

die wir so töten nach Belieben?

 

 

 

 

Die Irawadi-Flussdelphine im Mekong sind vom Aussterben bedroht. Stellnetze, Wasserkraftanlagen, Unterwasserlärm und Verschmutzung setzen den Tieren seit Jahrzehnten zu. Der Bestand wird auf noch 80-100 Tiere geschätzt.

Darstellung eines (ausgestorbenen) Riesenhirsches in der Höhle von Lascaux (ca. 20 000 v. Chr.). Dass gerade auch diese herrlichen und mächtigen Tiere ihre 'Antennen' haben, ahnte man wohl damals mehr als heute

 

 

 

Schamanen wechseln ('reisen') in der Trance auf eine andere Ebene des Geistes, auf der sie z.B. auch mit Tieren kommunizieren können.  Wesentliche Symbole wie der dreigliedrige Weltenbaum oder die Geist-Feder, auch mal ein Geweih als Zeichen der Verbindung zur oberen Welt, sind bei einem Ritual immer präsent.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die tiefe Trance ist nicht der einzige Weg, um mit den Vögeln zu fliegen, den Fischen zu schwimmen, den Bäumen zu stehen, dem Feuer zu sprühen. Jede(r), die/der ein offenes Herz hat, kann sein eigenes Feuer wahrnehmen und (er)leben, sein baumhaftes Stehvermögen, seine Freude im Wasser, seine Freiheit in der Bewegung. Hierzu ein kleines Lied:

 

 

 

 

 

 

 

Haben Bäume eine Seele?

 

 

 

Ob Bäume eine Seele haben
so fing schon mancher an zu fragen
Wo kommt denn u n s ' r e Seele her
wenn nicht vom großen Lebensmeer?

 

 

Ich  bin geboren im Schosse der Erde
Ich treib nach unten und oben und werde
bis es einmal durchbricht
Da seh ich das Licht!

 

Nun mag ich stehen
ins Erdreich gehen
Mich langsam bewegen
empfangen den Segen


mich nähren und müh’n
und wachsen, erblüh’n

Bin männlich u n d weiblich
Vernetzt so vielseitig


Ich atme und gebe
im Wind mich bewege
Hab Gäste, Verwandte
und sehr enge Bande

 

Ich wachse empor
bring’ Früchte hervor
Ich kann mich vermehr’n
und vielseits verkehr’n


Nicht immer ganz freundlich
denn Feinde sind häufig

Machmal auch das Wetter
das spüren die Blätter


Ob warm oder kälter
ich werd’ alt und werd’ älter
verzweig’ mich und breite
die Krone ins Weite

 

 

Ich komm aus der Erde, bin mit ihr vertraut
Ein Glücksfall des Lebens – und so gebaut
Ich nehme und gebe - und siehe: ich falle
Das tu ich nicht gern- so wie wir alle

 

 

 

 

 

 

 

 

Schamane des mongolischen Stammes der Dhuka mit seinen Rentieren

 

 

 

 

 

Ursachen für die Vernichtung der Naturvölker
Artikel für die Zeitschrift 'Connection'
Artikel Connection.pdf
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Die koreanische Schamanin Hi-ah Park bei einem Tanzritual

Schamanische Spuren in den Volksmärchen
Schamanische Spuren in den Volksmärchen.[...]
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Eine schamanische Novizin in der Mongolei gibt Milch zu ihrer Weihung

Schamanismus - Religion- Mystik
Schamanismus Religion Mystik.pdf
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Tagsüber hütet die Tsaatan-Frau Saon Tsetseg in der nördlichen Mongolei ihre Rentiere.

Nachts schlägt sie in ihrem tipi-ähnlichen Zelt die Trommel, um in Trance zu geraten und Rat und Hilfe auf anderen Ebenen zu erbitten. Ein Begleiter verbrennt Wacholderzweige, die auch in unserer westlichen Tradition zu den ältesten Räucherpflanzen gehören.

Schamanismus und das Alte Testament
Schamanismus und das Alte Testament.pdf
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Fools Crow (1890-1989)
Er war nicht nur Stammesfürst und spiritueller Führer der Teton Sioux, sondern auch Zeremonienhäuptling und Medizinmann. Fools Crow erreichte ein biblisches Alter und hat selbst die Besetzung von Wounded Knee noch persönlich miterlebt. In einer Vision erhielt er den Auftrag, sein Wissen um die heiligen Traditionen seines Volkes aufzeichnen zu lassen. Er vertritt eine ökologische Spiritualität, die aus dem Herzen der Natur zu stammen scheint und heute auch von Nicht-Indianern wiederentdeckt wird. Seine medizinischen Heilerfolge sind Legende.

 

 

 

 

IN UNSERER KULTUR HEUTE

 

werden wir wohl Wege suchen, schamanische Elemente und schamanisches Wissen zu integrieren und etwas von dem Alten für uns und die Zukunft retten. Wir können durchaus auch unsere Möglichkeiten der Sensibilisierung nutzen, um ohne Trance zu kommunizieren. Menschen, die in dem großen lebendigen Zusammenhang  einfach sind, werden da leichter hineinfinden als die, die Realität quasi von außen (objektiv) beobachten. Doch wird es immer hilfreich sein, wenn Menschen auch aus unserem Kulturkreis schamanische Berufungen erfahren und leben können.

 

 

http://www.petra-hinze.de

http://www.schamanismus.net

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spirituelle Menschen heute haben selten Erfahrung mit Pflanzen- und Tiergeistern, aber mit Jesus und Engeln. Sie vertrauen nicht den Ahnen, sondern Geistführern. So werden wir nicht umhin kommen, auch moderne 'esoterische' Erfahrungen zu hören und zu würdigen - und sie zu befragen.

 

 

 

 

 

 

 

DIE ALTEN WEGE

 

 

Mit dem Winde reiten
Unter'm Nachthimmel ruh'n
Um das Feuer tanzen
Nichts Unrechtes tun

 

Mit der Erde leben
Den Bäumen zuhör'n
Das Heilende suchen
Die Stille nicht stör'n

 

In den Flüssen schwimmen
Das Gesetz versteh'n
Auch bitten und rufen
Klare Wege geh'n

 

 

 

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