Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

 

Jahr und Tag

 

 

 

 

Es sind die Rhythmen der Sterne, die unsere Zeit bestimmen: ein Jahreslauf ist ein Lauf der Erde um die Sonne. Ein 'Monat' ist ein Umlauf des Mondes um die Erde.  Ein Tag ist in etwa in eine Drehung der Erde um ihre Achse. Nur die 7-Tage-Woche scheint eine 'lediglich' religiös-kulturelle Festlegung, die aber ihrerseits einen Monat sinnvoll vier-teilt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Woche

 

 

 

Montag - Mondtag - Lundi

 

 

Der Mond empfängt das Licht der Sonne
Der erste Tag in Liebe, Wonne
Der Anfang, wie im richt'gen Leben

Beginnt mit einem vollen 'Geben'

 

 

Dienstag - Marstag - Mardi

 

 

Schon früh wirst Du ganz schön gedämpft
Und hast zu lernen, wie man kämpft

Du musst Dich ohne Frag’ bewähren
Mit allem Feuer und mit Ehren

 

 

Mittwoch - Merkurtag - Mercredi

 

 

In der Mitte geht es leicht

Mit Reden wird etwas erreicht

Mit Austausch, Kommunikation

Beweglichkeit in der Aktion

 

 

 

Donnerstag - Tag des Jupiter - Jeudi

 

 

Ein Wachstum ist nun angesagt
Erkenntnis, Weisheit ist gefragt

Du dehnst dich aus, du strebst voran
Vielleicht gelingt der große Plan!

 

 

 

Freitag - Venustag - Vendredi

 

 

Nun endlich kommt der Tag der Liebe
Sag, bin ich schon an meinem Ziele?
Ist unser Glück bereits vollkommen?
So frage ich etwas benommen?

 

 

Samstag - Tag des Saturn - Saturday

 

 

Ich muss noch lernen die Beschränkung
Das geht ganz selten ohne Kränkung
Verzichten ist nicht grad’ mein Ding
- Wo es g’rade so gut ging

 

 

Sonntag - Sonnentag - Sunday

 

 

Schlussendlich bin ich doch am Ziel
Kann ruhen, wo die Last abfiel
Der Tag des Lichtes und der Freud’
Ich stehe auf, mich hemmt kein Leid

 

 

 

Nun ist der Kreis ein-mal durchschritten
Hab oft geliebt und hab gelitten
Hab gern gelebt und viel erfahren
Sag: waren’s Tage, waren’s Jahre?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Jahr

 

 

 

Ein Jahr, das geht seinen Gang
geheimnisvoll den Weg entlang
Für uns ist es ein hoh’s Gesetz,
dem alles folgen muss zuletzt
Die liebe Sonn’ ist unser Stern
ist Mitte, Quelle und der Kern.


*
 
20. März - 20. April
 
Die Keime brechen durch die Erde
damit ein Neues wieder werde
Durchsetzungskraft und Kampfesgeist:
alles nach vorn, was
WIDDER heißt
 
 
 

20. April - 21. Mai
 
Die Wurzeln langsam hinaustreiben
und kraftvoll in der Erde bleiben
Dann ist das Leben zu genießen
kann für den STIER in Ruhe fließen
 
 

 
21. Mai - 21. Juni
 
Die Luft erfüllt von leisem Summen
Es regt, bewegt sich, ist am Brummen
Der ZWILLING zeigt sich ungeniert
ist mitteilsam, gesellig, interessiert
 
 
 

21. Juni – 23. Juli
 
Die Blüten sind bereits befruchtet
In Heimlichkeit wird nun geschuftet
Die Kraft im Inneren gesammelt
Der KREBS sich allzu gern verrammelt
 
 
 

 23. Juli – 23. August
 
Der Sommer steht in voller Pracht
Zeigt sich mit aller seiner Macht
mit üppiger und reifer Frucht
Der LÖWE seinesgleichen sucht
 
 

 
23. August – 23. September
 
Die Zeit der Ernte fordert viel
Ausdauer, Sorgfalt sind kein Spiel
Genauigkeit ist nun gefragt
Die JUNGFRAU bringt es an den Tag
 
 
 

23. September – 23. Oktober
 
Der Ausgleich zwischen Tag und Nacht:
die Harmonie ist wiederbracht
Ruhe, Schönheit, stilles Streben
Die WAAGE kann uns sehr erheben
 
 
 

23. Oktober bis 23. November
 
Der Herbst kommt, mit ihm SKORPION
Das tief Verborg’ne in Aktion
Natura stirbt und wandelt sich,
mit Farbe, Leidenschaft, Gewicht
 
 
 

23. November – 21. Dezember
 
Winde über leere Felder geh’n
Ein weiter Himmel ist zu seh’n
Klare Nächte und ein großes Sehnen
Der SCHÜTZE möchte sich ausdehnen
 
 
 

21. Dezember – 21. Januar
 

Die längste Nacht ist nun gekommen
Von Dunkel, Kälte ganz benommen
braucht es Härte, Widerstand und Pflicht
STEINBOCK gebiert das neue Licht
 
 

 
21. Januar – 19. Februar
 
Vom Winter hat man jetzt genug
der Sinn steht eher nach Unfug.
Bringt uns Ideen allerlei:
Originell, der WASSERMANN: und frei
 
 
 

20. Februar – 19. März
 
Nach all dem Treiben braucht es Ordnung
nach innen wenden nährt die Hoffnung
mit Hingabe, Verstand und Phantasie
FISCH ist einfühlsam, ist ein Genie

*

 

Ein Jahr vorbei, ein Lied gesungen
Auch Du hast dabei mitgeschwungen
im Rhythmus der sich groß entfaltet,
im steten Wandel, der hier waltet 

Denn alles kommt zu seiner Zeit:
ob’s regnet, warm ist oder schneit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wintersonnenwende -

Die geweihten Nächte

 

 

 

 

Den Geist des Friedens zu bewahren
Mit der Liebe nicht zu sparen
Den Christ in sich zur Welt zu bringen
Das eig’ne Lied fröhlich zu singen


Das Licht in sich nicht zu verbergen
Das Schwache hilfreich zu verstärken
So werden wir gut überwintern
- Doch nicht alles hier verhindern

 

 

 

 

 

 

 

Rauhnächte

 

 

 

 

 

Wie rau und eisig weht der Wind
Das Land ist weiß und fest gefroren
Ein neues Jahr, das nun beginnt
und neu das Licht, das uns geboren

 

Im Hause sind wir allermeist
Die Arbeit, die Gedanken ruhen
Wir sind bei uns und unser Geist
gilt dem, was kommt mit leisen Schuhen

 

So warm erleuchtet unser Haus
Der Sinn steht uns nach and'ren Dingen
Wir werden still und schau'n  voraus:
Es möge uns noch was gelingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A Winter Morning

 

 

 

I open the door and see a white blanket
A bright shining light in every ankle
Snow densely 's falling, the sky is unfold
Nobody's there, who's yet feeling cold

I trudge through the snow and feel a soft wind
The chillness is slowly reaching my skin
Trees are enchanted, my breath is severe
Silence is spread - this is, what I hear

I smell the dry air and run down the lane
The fields around me lie bright and plane
I return to my home, I enter the room
Warmth receives me, disappeared has the gloom

 

 

 

 

 

A winter morning
Text, Melodie und Einspielung: JW
LANDR-A Winter Morning1.mp3
MP3-Audiodatei [3.0 MB]

 

 

 

 

 

 

Vorfrühling

 

 

 

 

Die Sonne blühte heute hier
durch Narzissen, die man mir
so gastlich in mein Haus gebracht
Da war der Lenz schon leis erwacht

 

 

 

 

 

 

Ostern
Musik und Text: JW, Sprecher: Max Berghaus
Ostern ....mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Eostre

 

 

ist das im Osten aufgehende Morgenlicht (die Morgenröte) sowie das junge Frühlingserwachen. Beides wurde im deutsch- und englischsprachigen zur anbrechenden Frühlingszeit besonders geehrt und als Göttin personifiziert. So nannte man auch das christliche Auferstehungsfest nach ihr das Osterfest (Easter), denn auch im Neuen Testament kennt man das frühe Osterlicht (Mk 16/2). Der heute meist verwendete Name 'Ostara' wurde von Jacob Grimm rekonstruiert, ist aber nicht belegt. Hier ein eigenes Lied nach der Melodie von Giovanni Giacomo Gastoldi (1591), die sowohl als Volkslied (An hellen Tagen) wie auch als christliches Lied sehr bekannt ist ('In dir ist Freude')

 

 

 

 

Maiblüte

 

 

Welch ein Drängen, welch ein Kleiden!
Welch ein Blühen, welche Zier!

 Bäume, die sich prachtvoll neigen,
rufen mich so laut zu Dir

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ostern

 

 

 

 

Lange geschlafen, lange geruht
Ich will heut’ was machen, ich fass’ wieder Mut
Um mich Erwachen, was für ein Grün!
Ich kann wieder lachen, die Erd’ wieder blüh’n

 

 

Lange gelitten, lange entbehrt
Ich möcht’ wieder leben, möcht’ sein unbeschwert
Um mich die Sonne, das goldene Licht
So seh’ ich die Wonne und spür’ was ausbricht

 

 

Lange alleine, lange für mich
Ich finde das reicht, denn ich suche Dich
Um mich das Sprießen, der zarte Beginn
So bin ich berührt, so ahn’ ich den Sinn

 

 

‚Auferstehung’, das sollten wir feiern!
Die Glieder fühle ich immer noch bleiern
So manche Tode ich schon starb
Doch wurd' ich gerufen aus meinem Grab

 

 

 

 

 

 

Johannisfeuer © imago13 - Fotolia.com

 

 

 

 

 

Sommersonnenwende

 

 

 

 

 

 

Die Höhe des Lichtes, der Gipfel der Kraft
Es blüht, alles drängt und steht voll im Saft
Ein Feuer der Dankbarkeit lasst uns entzünden
Uns tanzend, singend mit dem Lichte verbünden

 

 

Die Frucht ist im Werden, die Erde im Schwange
Das Feuer, es zuckt und es sprühen die Flammen
Der höchste Punkt wird heute verlassen
Doch wartet so viel, was wir noch nicht fassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lughnasadh

 

 

Zur Zeit der allergrößten Hitze
Da feierte man Lichtgott Lugh
Die Sonne drückt, ach wie ich schwitze!
Zu ihr jedoch geht der Bezug

 

Die Erde trägt so Korn und Früchte
Die Zeit der Ernte ist schon da
Die Frucht der ganzen langen Arbeit
Sie ist jetzt zum Greifen nah

 

Da finden sich auch Mann und Weib
Versprechen sich nur für ein Jahr
Wir backen, essen einen Brotlaib
Der Dank in uns’rem Herz ist wahr

 

 

 

 

Anm.: Lughnasadh (sprich: Luu-NA-sad oder Luu-NA-sa), bedeutet in der keltischen Sprache „Zusammenkunft im Namen des Lugh“. Das Augustfest in der Nacht auf den 1.8. ist kein Erntedankfest mit der Fülle all der Früchte des Herbstes, aber doch ein Fest der beginnenden Ernte, der wärmenden Sonne und der Erde, die die goldenen Ähren des reifen Korns hervorbringt. Gewidmet ist das (irische) Fest der Sonne in Gestalt des LUGH, dem keltischen Sonnen-, Korn- und Erntegott.

Es bietet Gelegenheit, sich ganz bewusst Sonne und Erde zuzuwenden und dankbar zu sein für 'unser täglich Brot'. Tatsächlich buk man traditionell einen Laib Brot aus dem ersten Getreide und verzehrte es feierlich in Gemeinschaft. Daher rührt der andere Name des Festes: Lammas (Laib-Messe).

Lughnasadh diente neben Sportwettkämpfen, Ritualen und dem Entzünden von Feuern auch als eine Art Hochzeitsbörse. Schloss ein Paar an diesem Tag die Ehe, konnte es sich nach einem Jahr wieder trennen. Mit dieser Probeehe hatten die Paare genügend Zeit, sich kennenzulernen und festzustellen, ob sie sich ein gemeinsames Leben vorstellen konnten. War dem nicht so, konnten sie sich nach Ablauf des Jahres ohne Risiko wieder voneinander trennen.

 

 

 

 

 

Bild © haitaucher39 - fotolia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommerhitze

 

 

 

 

Schwarze Kerne, rotes Fleisch,
grüne Schale - diese Speis'
hilft mir oft bei großer Hitze,
wenn ich leide und viel schwitze

 

Kühles Wasser mit Limone
oder Fruchtsaft mit Zitrone
bringen neue Energie,
lösen alle Apathie

 

Eiskaffee und ein Schuss Sahne,
Fruchteis, obendrauf Banane
lassen Sommerglut verschwinden,
steigern unser Wohlbefinden

 

Grünes Blätterdach, das hilft!
Selbst die Vögel und das Wild
suchen hier sich stets Erholung
in des Waldes kühler Wohnung

 

Sollte alles nicht genügen,
ich der Hitze doch erliegen,
gibt‘s noch diesen alten Rat:
kalte Dusche, kühles Bad

 

 

 

 

© pilipphoto - Fotolia.com

 

 

 

 

Herbst

 

 

 

 

Der goldene Wind, die farbige Pracht
Ein wehvolles Schau‘n, der leise Verdacht
Ein freundliches Licht, noch wärmende Kraft
Ein Ahnen dessen, was langsam erwacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht

 

 

 

Wenn's Abend wird, der Tag sich neigt
und Dunkelheit herniedersteigt,
da überdenk' ich noch den Tag
fühl' manchen Dank, auch etwas Klag'

 

Sie breitet ihren Mantel aus
und Friede dringt ins ganze Haus
Auch ich komm langsam nun zur Ruh
Der Wind singt leis sein Lied dazu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Jürgen Wagner