Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

 

Jahr und Tag

 

 

 

 

Es sind die Rhythmen der Sterne, die unsere Zeit bestimmen: ein Jahreslauf ist ein Lauf der Erde um die Sonne. Ein 'Monat' ist ein Umlauf des Mondes um die Erde.  Ein Tag ist in etwa in eine Drehung der Erde um ihre Achse. Nur die 7-Tage-Woche scheint eine 'lediglich' religiös-kulturelle Festlegung, die aber ihrerseits einen Monat sinnvoll vier-teilt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EINE WOCHE

 

 

 

 

 

 

 

 

DER MONTAG

 

 

 

 

Der Mond regiert den ersten Tag

Das Aufsteh’n schon ist eine Plag

Die Woche ruft, die Arbeit winkt

Die Montagsmüdigkeit beginnt

 

Ich bleibe ruhig und ausgeglichen

Das scheint mir schon das Wesentliche

Das Morgenritual vollbracht

Bin ich erfrischt und aufgewacht

 

Das Leben nimmt mich in Beschlag

Will nur mein Werk für d i e s e n Tag

Ich mag noch viele Wochen leben

Mal mondverträumt, mal sonnverwegen


 

 

 

 

Der Montag ist dem MOND gewidmet. Er ist eigentlich der Mond-Tag, der Dies Lunae, der Tag der Mondgöttin Luna. Er folgt dem Sonn(en)tag und läutet die Arbeitswoche wieder ein.

 

Durch das vorangegangene Wochenende sind viele noch im Entspannungs-Modus und tun sich schwer, wieder in den Alltag zu kommen. So bekannt wie der Montagmorgen-Blues sind Montagsgeräte und -fabrikate, die von müden Arbeitern nicht sorgfältig genug gefertigt würden.

 

Der Mond hat größeren Einfluss auf die Erde als wir ahnen. Er erhellt nicht nur die Nächte, steuert nicht nur die Gezeiten, sondern mit ihm pulst unauffällig auch alles, was mit dem Wasser lebt: Bäume z.B., aber auch die anderen Wesen. Außerdem bremst er die Erdrotation. Ohne ihn würde sich die Erde drei mal schneller um ihre Achse drehen. Es gäbe ständig Windbewegungen von 300-500 km/h. Die Temperaturen in Mitteleuropa lägen im Sommer bei etwa 60 Grad Celsius, im Winter bei klirrenden minus 50 Grad. So mag dieser erste Tag der Woche auch etwas an LUNA erinnern und an den großen Rhythmus, in dem wir Woche für Woche, 'Monat' für 'Monat' mitschwingen.

 

 

 

 

 

 

 

DER DIENSTAG

 

 

 

Der Dienstag ist dem TYR geweiht
Das Schwert des Geistes liegt bereit
Ist's mal erkannt, wird's auch gemacht
Sogleich getan, ins Sein gebracht

 

Das Missverständnis wird geklärt
Papierkörbe heut früh geleert
Geräuchert wird und ausgefegt
Das Klo geputzt, der Baum gepflegt

 

Die lange Bank wird heut verkürzt
Das Essen kräftiger gewürzt
Ach, wie frei ist man im Leben
Wenn man nicht zögert, was zu geben!

 

 

 

 

Der Herr des Dienstags ist der MARS, er ist der "dies martis", germanisch der Tag des TYR (Tuesday). Nach dem etwas ruhig verträumten Mon(d)tag soll man am Dienstag seine Sachen mal richtig angehen. Deshalb kommt hier die aggressive (wörtlich: herangehende) Kraft zum Zug. TYR ist der älteste Vater-, Himmels- und Lichtgott unserer Vorfahren. Er war der ehrenhafte, opferbereite, mutige und geschickte Kämpfer, nicht der Haudrauf. Er legte sogar seine Hand in das Maul des (Fenris-)Wolfes, um ihn zu bändigen. So konnte er zugleich auch der Beschützer des Rechts und des Things sein. Schwert und Speer sind seine Insignien, der Pfeil/Speer seine Rune.

 

 

 

 

 

 

DER MITTWOCH

 

 

 

Bestimmte, klare, ruhige Schritte
Führ‘n sicher in die Wochenmitte
Der WODAN führt durch diesen Tag

Und Weisheit ist heut angesagt

 

Nicht Wut, nicht Streit, kein Kriegsgetümmel

Vielmehr ein off'ner, weiter Himmel

Ist über uns und gibt uns Segen

Heut‘ Sonnenschein – und morgen Regen

 

Wir sind und sprechen miteinander
Wir hören, lernen voneinander
Das rechte Wort kann was bewegen
Gibt ihm der Gott dazu den Segen

 

 

 

 

Der Mittwoch (fr. mercredi, engl. Wednesday) war der Tag des Merkur, dem man bei uns Wodan zurechnete. Doch man fürchtete die Macht des alten Allvaters und dessen Konkurrenz zum neuen Vatergott. Deshalb wählte man den neutralen Namen 'Mittwoch', die Mitte der Woche. Der Tag, der eigentlich dem weisen und höchsten Gott gewidmet war, geriet so in den 'Schatten', zu einem Unglückstag. Die Läden waren nachmittags geschlossen, manche fasteten.

 

 

 

 

 

 

DER DONNERSTAG

 

 

 

Der Gott des Donners naht sich heut

Der keinen Gegner wirklich scheut

Den Riesenkräften gilt sein Kampf

Die ständig stehen unter Dampf


 

Die zu viel wollen, zu viel sagen

Die zu viel machen, zu viel haben

Er weiß denn, wo der Hammer hängt

Doch auch, wie man die Erde tränkt


 

Ein reicher Tag soll es heut werden

Wie immer er sich möchte färben

Es kommt nicht so, wie man sich's denkt

Doch Tag um Tag ist ein Geschenk

 

 

 

 

Der Tag steht im Zeichen des Jupiter (fr. jeudi), dem der Donnergott DONAR/THOR bei uns entspricht. THOR war bei der Landbevölkerung der beliebteste und verehrteste der Götter: geradlinig und hilfsbereit zu seinen Freunden, zornig zu seinen Feinden. Vor allem mit den Riesen legte er sich immer wieder an. Seine Kraft zeigt sich in der Natur in der Gewalt von Blitz und Donner - mit dem Regen kam ja auch die Fruchtbarkeit des Landes. Sein Zeichen ist ein magischer Hammer, der wie ein Bumerang wieder in die Hand zurückkehrt. Der Hammer-schwingende Gott lässt sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. Sein heiliger Baum ist die Eiche, sein Tier der Ziegenbock. Im Mythos fährt er auf seinem Streitwagen, der von zwei Böcken gezogen wird. Beschrieben wird er so, wie man sich einen Wikingerkrieger vorstellt: groß, kräftig gebaut und mit dichtem rotem Bart.

 

 

 

 

 

 

DER FREITAG

 

 

 

Der Liebe ist der Tag geweiht
Die sich verbindet und befreit
Die den Geliebten sich erwählt
Wo einer auf den ander’n zählt

 

Die FRIJA, sie regiert den Tag
Die Göttin hütet den Vertrag
Die Ordnung und das große Band
Gemeinsam wird’s – und hat Bestand

 

Allein geboren, allein kann ich steh’n
All meine Schritte kann i c h nur geh'n
Zusammen jedoch sind wir auf dem Weg
Oh welch eine Gabe – und welch Privileg!

 

 

 

 

Thank God it's Friday! Heute zielt der Tag auf's Wochenende, früher war er der Tag der Venus (fr. vendredi) und wurde gerne für Hochzeiten verwendet. Im Christentum war der Karfreitag wegen des Todes Jesu ein Fastentag mit ernsten Charakter. Im Germanischen nahm man als Patronin nicht die Liebesgöttin Freyja, eine magisch versierte, freie Liebes- und Kriegsgöttin, sondern die Frija/Frigga, die Göttin der Ehe und Sippe, des Herdfeuers und der Ordnung, der Eide und Bünde. Sie war zurückhaltend, aber seherisch begabt und wusste, wohin der Hase läuft.

 

 

 

 

 

DER SAMSTAG

 

 

Der Sabbat ist der Ruhetag
Und eine wahre Himmelsgab
Die Schufterei hat mal ein End
Man darf mal s e i n - ganz ungehemmt

 

Saturn ist der Gebieter heut
Der sich vor Disziplin nicht scheut
Mit Einkauf, Hausputz, Körperpflege
Sind nicht nur Sportler heute rege

 

Ins Wochenende eingerückt
Sind manche heute ganz verrückt
Wenn der Kalender Samstag zeigt
Mensch, in der Ruh bist du befreit!

 

 

 

Als 'Sonnabend' galt der Samstag schon früh als Vortag des Sonntags und läutete diesen ein mit Reinigungsarbeiten, Körperreinigung, Essensvorbereitungen. Auch das heute so gefeierte 'Wochenende' rückt den Samstag an den sonntäglichen Feiertag heran. Das entspricht seiner ursprünglichen Herleitung aus dem jüdischen 'Sabbat' (ahd. sambaztag), des heiligen Ruhetags. Da das Christentum diesen Ruhetag auf den Auferstehungstag verlegte, wurde der Samstag ein Tag zwischen Arbeit und Ruhe.

Im englischen 'Saturday' sieht man noch den alten Patron dieses Tages, Saturn, den Gott des Ackerbaus. Er steht für Struktur, Gesetz, Verantwortung, Disziplin, Ausdauer.

 

 

 

 

 

 

DER SONNTAG

 

 

Der Tag, an dem die Sonn aufgeht

An dem das Leben aufersteht

An dem man feiert, dankt und singt

Sich festlich kleidet,  sich besinnt

 

Der Tag, an dem die Arbeit ruht

An dem man Zeit hat, wenig tut

An dem man beieinander ist

Den Alltag eine Zeit vergisst

 

Ein Tag zum Gang in die Natur

Zur Pflege unserer Kultur

Zu Spiel und Mär bei Kerzenschein

Die Freiheit will gestaltet sein

 

 

 

 

Der Tag der Sonne ist von seiner Symbolik her eigentlich der Tag der zeugenden, schöpferischen Lebenskraft. Kreativität, Lebensfreude, das Licht des Geistes zeichnen ihn aus.

Kaiser Konstantin erhob 321 den Dies solis, den Sonnentag, zum für alle verpflichtenden Ruhe- und Feiertag, der sowohl den Mithras- wie den Christusanhängern entgegenkam. Das diente damals dem Kaiserkult und der Stabilisierung des Reiches, denn er repräsentierte selbst den sol invictus. Nur dringende landwirtschaftliche Tätigkeiten durften an diesem Tag erledigt werden, auch die Gerichte hatten Pause. Das gilt im Prinzip noch heute, dass dringende, auch maschinelle Arbeiten zugelassen, aber der Sonntag von der Verfassung geschützt wird.

Er wird von Christen als christlicher Sabbat am ‚Tag des Herrn‘ (fr. dimanche – von dies dominicus) mit Gottesdienst gefeiert. Andere nutzen ihn für Ausflüge, zum Ausruhen und für die Familie. Wer weder in eine christliche Gemeinschaft noch in eine Familie eingebunden ist, zudem wenig Natur um sich herum hat, weiß oft nicht, was er mit diesem 'leeren' Tag anfangen soll, den er als langweilig, fast sinnlos empfindet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Jahr

 

 

 

Ein Jahr, das geht seinen Gang
geheimnisvoll den Weg entlang
Für uns ist es ein hoh’s Gesetz,
dem alles folgen muss zuletzt
Die liebe Sonn’ ist unser Stern
ist Mitte, Quelle und der Kern.


*
 
20. März - 20. April
 
Die Keime brechen durch die Erde
damit ein Neues wieder werde
Durchsetzungskraft und Kampfesgeist:
alles nach vorn, was
WIDDER heißt
 
 
 

20. April - 21. Mai
 
Die Wurzeln langsam hinaustreiben
und kraftvoll in der Erde bleiben
Dann ist das Leben zu genießen
kann für den STIER in Ruhe fließen
 
 

 
21. Mai - 21. Juni
 
Die Luft erfüllt von leisem Summen
Es regt, bewegt sich, ist am Brummen
Der ZWILLING zeigt sich ungeniert
ist mitteilsam, gesellig, interessiert
 
 
 

21. Juni – 23. Juli
 
Die Blüten sind bereits befruchtet
In Heimlichkeit wird nun geschuftet
Die Kraft im Inneren gesammelt
Der KREBS sich allzu gern verrammelt
 
 
 

 23. Juli – 23. August
 
Der Sommer steht in voller Pracht
Zeigt sich mit aller seiner Macht
mit üppiger und reifer Frucht
Der LÖWE seinesgleichen sucht
 
 

 
23. August – 23. September
 
Die Zeit der Ernte fordert viel
Ausdauer, Sorgfalt sind kein Spiel
Genauigkeit ist nun gefragt
Die JUNGFRAU bringt es an den Tag
 
 
 

23. September – 23. Oktober
 
Der Ausgleich zwischen Tag und Nacht:
die Harmonie ist wiederbracht
Ruhe, Schönheit, stilles Streben
Die WAAGE kann uns sehr erheben
 
 
 

23. Oktober bis 23. November
 
Der Herbst kommt, mit ihm SKORPION
Das tief Verborg’ne in Aktion
Natura stirbt und wandelt sich,
mit Farbe, Leidenschaft, Gewicht
 
 
 

23. November – 21. Dezember
 
Winde über leere Felder geh’n
Ein weiter Himmel ist zu seh’n
Klare Nächte und ein großes Sehnen
Der SCHÜTZE möchte sich ausdehnen
 
 
 

21. Dezember – 21. Januar
 

Die längste Nacht ist nun gekommen
Von Dunkel, Kälte ganz benommen
braucht es Härte, Widerstand und Pflicht
STEINBOCK gebiert das neue Licht
 
 

 
21. Januar – 19. Februar
 
Vom Winter hat man jetzt genug
der Sinn steht eher nach Unfug.
Bringt uns Ideen allerlei:
Originell, der WASSERMANN: und frei
 
 
 

20. Februar – 19. März
 
Nach all dem Treiben braucht es Ordnung
nach innen wenden nährt die Hoffnung
mit Hingabe, Verstand und Phantasie
FISCH ist einfühlsam, ist ein Genie

*

 

Ein Jahr vorbei, ein Lied gesungen
Auch Du hast dabei mitgeschwungen
im Rhythmus der sich groß entfaltet,
im steten Wandel, der hier waltet 

Denn alles kommt zu seiner Zeit:
ob’s regnet, warm ist oder schneit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wintersonnenwende -

Die geweihten Nächte

 

 

 

 

Den Geist des Friedens zu bewahren
Mit der Liebe nicht zu sparen
Den Christ in sich zur Welt zu bringen
Das eig’ne Lied fröhlich zu singen


Das Licht in sich nicht zu verbergen
Das Schwache hilfreich zu verstärken
So werden wir gut überwintern
- Doch nicht alles hier verhindern

 

 

 

 

 

 

 

Rauhnächte

 

 

 

 

 

Wie rau und eisig weht der Wind
Das Land ist weiß und fest gefroren
Ein neues Jahr, das nun beginnt
und neu das Licht, das uns geboren

 

Im Hause sind wir allermeist
Die Arbeit, die Gedanken ruhen
Wir sind bei uns und unser Geist
gilt dem, was kommt mit leisen Schuhen

 

So warm erleuchtet unser Haus
Der Sinn steht uns nach and'ren Dingen
Wir werden still und schau'n  voraus:
Es möge uns noch was gelingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A Winter Morning

 

 

 

I open the door and see a white blanket
A bright shining light in every ankle
Snow densely 's falling, the sky is unfold
Nobody's there, who's yet feeling cold

I trudge through the snow and feel a soft wind
The chillness is slowly reaching my skin
Trees are enchanted, my breath is severe
Silence is spread - this is, what I hear

I smell the dry air and run down the lane
The fields around me lie bright and plane
I return to my home, I enter the room
Warmth receives me, disappeared has the gloom

 

 

 

 

 

A winter morning
Text, Melodie und Einspielung: JW
LANDR-A Winter Morning1.mp3
MP3-Audiodatei [3.0 MB]

 

 

 

 

 

 

Vorfrühling

 

 

 

 

Die Sonne blühte heute hier
durch Narzissen, die man mir
so gastlich in mein Haus gebracht
Da war der Lenz schon leis erwacht

 

 

 

 

 

 

Ostern
Musik und Text: JW, Sprecher: Max Berghaus
Ostern ....mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]

Eostre

 

 

ist das im Osten aufgehende Morgenlicht (die Morgenröte) sowie das junge Frühlingserwachen. Beides wurde im deutsch- und englischsprachigen zur anbrechenden Frühlingszeit besonders geehrt und als Göttin personifiziert. So nannte man auch das christliche Auferstehungsfest nach ihr das Osterfest (Easter), denn auch im Neuen Testament kennt man das frühe Osterlicht (Mk 16/2). Der heute meist verwendete Name 'Ostara' wurde von Jacob Grimm rekonstruiert, ist aber nicht belegt. Hier ein eigenes Lied nach der Melodie von Giovanni Giacomo Gastoldi (1591), die sowohl als Volkslied (An hellen Tagen) wie auch als christliches Lied sehr bekannt ist ('In dir ist Freude')

 

 

 

 

Maiblüte

 

 

Welch ein Drängen, welch ein Kleiden!
Welch ein Blühen, welche Zier!

 Bäume, die sich prachtvoll neigen,
rufen mich so laut zu Dir

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ostern

 

 

 

 

Lange geschlafen, lange geruht
Ich will heut’ was machen, ich fass’ wieder Mut
Um mich Erwachen, was für ein Grün!
Ich kann wieder lachen, die Erd’ wieder blüh’n

 

 

Lange gelitten, lange entbehrt
Ich möcht’ wieder leben, möcht’ sein unbeschwert
Um mich die Sonne, das goldene Licht
So seh’ ich die Wonne und spür’ was ausbricht

 

 

Lange alleine, lange für mich
Ich finde das reicht, denn ich suche Dich
Um mich das Sprießen, der zarte Beginn
So bin ich berührt, so ahn’ ich den Sinn

 

 

‚Auferstehung’, das sollten wir feiern!
Die Glieder fühle ich immer noch bleiern
So manche Tode ich schon starb
Doch wurd' ich gerufen aus meinem Grab

 

 

 

 

 

 

Johannisfeuer © imago13 - Fotolia.com

 

 

 

 

 

Sommersonnenwende

 

 

 

 

 

 

Die Höhe des Lichtes, der Gipfel der Kraft
Es blüht, alles drängt und steht voll im Saft
Ein Feuer der Dankbarkeit lasst uns entzünden
Uns tanzend, singend mit dem Lichte verbünden

 

 

Die Frucht ist im Werden, die Erde im Schwange
Das Feuer, es zuckt und es sprühen die Flammen
Der höchste Punkt wird heute verlassen
Doch wartet so viel, was wir noch nicht fassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lughnasadh

 

 

Zur Zeit der allergrößten Hitze
Da feierte man Lichtgott Lugh
Die Sonne drückt, ach wie ich schwitze!
Zu ihr jedoch geht der Bezug

 

Die Erde trägt so Korn und Früchte
Die Zeit der Ernte ist schon da
Die Frucht der ganzen langen Arbeit
Sie ist jetzt zum Greifen nah

 

Da finden sich auch Mann und Weib
Versprechen sich nur für ein Jahr
Wir backen, essen einen Brotlaib
Der Dank in uns’rem Herz ist wahr

 

 

 

 

Anm.: Lughnasadh (sprich: Luu-NA-sad oder Luu-NA-sa), bedeutet in der keltischen Sprache „Zusammenkunft im Namen des Lugh“. Das Augustfest in der Nacht auf den 1.8. ist kein Erntedankfest mit der Fülle all der Früchte des Herbstes, aber doch ein Fest der beginnenden Ernte, der wärmenden Sonne und der Erde, die die goldenen Ähren des reifen Korns hervorbringt. Gewidmet ist das (irische) Fest der Sonne in Gestalt des LUGH, dem keltischen Sonnen-, Korn- und Erntegott.

Es bietet Gelegenheit, sich ganz bewusst Sonne und Erde zuzuwenden und dankbar zu sein für 'unser täglich Brot'. Tatsächlich buk man traditionell einen Laib Brot aus dem ersten Getreide und verzehrte es feierlich in Gemeinschaft. Daher rührt der andere Name des Festes: Lammas (Laib-Messe).

Lughnasadh diente neben Sportwettkämpfen, Ritualen und dem Entzünden von Feuern auch als eine Art Hochzeitsbörse. Schloss ein Paar an diesem Tag die Ehe, konnte es sich nach einem Jahr wieder trennen. Mit dieser Probeehe hatten die Paare genügend Zeit, sich kennenzulernen und festzustellen, ob sie sich ein gemeinsames Leben vorstellen konnten. War dem nicht so, konnten sie sich nach Ablauf des Jahres ohne Risiko wieder voneinander trennen.

 

 

 

 

 

Bild © haitaucher39 - fotolia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommerhitze

 

 

 

 

Schwarze Kerne, rotes Fleisch,
grüne Schale - diese Speis'
hilft mir oft bei großer Hitze,
wenn ich leide und viel schwitze

 

Kühles Wasser mit Limone
oder Fruchtsaft mit Zitrone
bringen neue Energie,
lösen alle Apathie

 

Eiskaffee und ein Schuss Sahne,
Fruchteis, obendrauf Banane
lassen Sommerglut verschwinden,
steigern unser Wohlbefinden

 

Grünes Blätterdach, das hilft!
Selbst die Vögel und das Wild
suchen hier sich stets Erholung
in des Waldes kühler Wohnung

 

Sollte alles nicht genügen,
ich der Hitze doch erliegen,
gibt‘s noch diesen alten Rat:
kalte Dusche, kühles Bad

 

 

 

 

© pilipphoto - Fotolia.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erntedank

 

 

 

 

 

Ein Ritual schafft diese Räume

zum Sehen, Spüren, was da ist,

wie reich und königlich wir leben,

wie schnell man alles dies vergisst


 

Der Himmel braucht nicht uns're Lieder,

die Erde braucht den Mensch, der weiß,

wie kostbar ein Glas saub'res Wasser,

wie groß die Pflicht, wie hoch der Preis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herbst

 

 

 

 

Der goldene Wind, die farbige Pracht
Ein wehvolles Schau‘n, der leise Verdacht
Ein freundliches Licht, noch wärmende Kraft
Ein Ahnen dessen, was langsam erwacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SPÄTHERBST

 


 

Wenn Wälder steh'n in gelb und braun

Wenn's traurig heißt: 'Aus ist der Traum!'

Wenn Nebel in der Frühe ziehen

Wenn Licht und Wärme uns entfliehen


 

Wenn Fröste durch die Nächte schleichen

Wenn Lebenskräfte sichtbar weichen

Wenn Regen auf die Erde schlägt

Wenn man noch morgens lange schläft


 

Dann darf man selbst auch etwas ruh'n

Sich einfach etwas Gutes tun

Ein Licht am Abend still entzünden

Und hör'n, was uns Geschichten künden


 

Ein Bad kann uns in Wärme hüllen

Ein Lied uns innerlich erfüllen

Was unser Herz nunmehr begehrt:

Es ist gewiss nicht ganz verkehrt!

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht

 

 

 

Wenn's Abend wird, der Tag sich neigt
und Dunkelheit herniedersteigt,
da überdenk' ich noch den Tag
fühl' manchen Dank, auch etwas Klag'

 

Sie breitet ihren Mantel aus
und Friede dringt ins ganze Haus
Auch ich komm langsam nun zur Ruh
Der Wind singt leis sein Lied dazu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Jürgen Wagner