Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

Wälder

 

 

 

 

 

Die Wälder des Karbons schufen vor ca. 300 Millionen Jahren die Grundlagen dafür, dass sich das Leben auf der Erde weiter und höher entwickeln konnte. Durch sie erreichte die Erdatmosphäre den hohen Sauerstoffgehalt, der tierisches und später menschliches Leben überhaupt erst möglich machte. Ihnen, den Bäumen, verdanken wir unsere Existenz bis heute - in jedem Atemzug.

 

Bis heute produzieren Bäume und Wälder den Sauerstoff,  sie ziehen lebensspendenden Regen an, regulieren das Klima, schaffen Lebensräume für zahllose Pflanzen- und Tierarten, schützen den Boden vor Erosion, gleichen die Luftelektrizität aus u.v.a.m. Wir wissen um ihre hohe Bedeutung für die Zukunft des Lebens auf der Erde - und dennoch fangen wir erst an, sie als Lebewesen kennen zu lernen und zu achten.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 

Dank den Bäumen ...

 

 

 

Sind Säulen von großer, erhab'ner Statur,

sie bauen die Tempel der Mutter Natur,

die Wälder, die atmen - und schaffen den Raum

für so viele Wesen - das kann der Baum!

 

Dorthin kann man gehen, da mag man sein

Wer fragt vom Herzen, der bleibt nicht allein

Ihr Schatten im Sommer, ein Sinnbild im Jahr

Wir danken und ehren euch, Bäume, fürwahr!

 

Wir nehmen so viel – und geben zurück

von uns’rer Liebe und Kraft ein Stück,

Habt Dank für den Tisch, die Zeitung, den Schrank,

die Geige, das Boot, das Brett und die Bank!

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

Buchenwald

 

 

 

Weit und hoch sind diese Hallen
Silbergraue Säulen, die da ragen
Hoch ins Himmelszelt

 

Kupferfarben unter meinen Füßen
Ein Blätterteppich, den sie überließen
Unter ihr dem Erdenfeld

 

Im grünen Blätterdach hoch oben
Spielt die Sonne – fast enthoben
Dieser Welt

 

Kühl und schattig ist’s im Haus
Die reichen Früchte sind ein Schmaus
Was vielen gefällt

 

Wer solche Räume kann erschaffen
Der gehört nicht zu den Schwachen
Denn er hat sich was erwählt

 

 

 

 

Bild Westend61 - Fotolia

 

Die Säge

 

 

 

 

So viele Zähne,
so viel Gewalt,
so viele Späne -
eine klare Gestalt

 

bleibt in den Händen
des Menschen zurück
Er kann es vollenden,
versöhnen ein Stück

 

Die Zeitung, die Bank,
eine Tür, Stuhl und Schrank,
Die Flöte, das Boot,
ein Brettchen für's Brot

 

 

 

 

 

Die Erfindung der Motorsäge - eine deutsche - ist eine der folgenreichsten und verheerendsten für unseren Planeten. Ohne sie gäbe es auf der Erde heute noch die riesigen Regen- und Urwälder und wir hätten weit weniger Klimaprobleme und Zukunftsängste.

 

 

 

 

 

 

 

 

Winter im Harz

 

 

Von Nebeln umhangen, von Schneelast bedrückt
Vom Winde gebeugt und der Kälte berückt
So sieht man die Tannen im Harze steh‘n
Am liebsten würden sie heut' wohl geh’n
 
Doch sind sie an diesen Ort gestellt,
ganz fest in ihre Mäntel gehüllt
Ins Erdreich ziehen sie sich zurück,
zu bereiten das Neue ein kleines Stück

 

Bild © Sagenhafter Harz, Carsten Kiehne

 

Das Haus des Regenwaldes

 

 

 

Wie dunkel still ist es am Boden

Der Tapir streift hier, ungelogen,

durch‘s Dickicht schon seit Jahrmillionen,

spürt auf die Obst- und Blattvariationen

 

Der Regen rinnt durch’s Blätterdach

Zikaden, Papageien machen Krach

Die Luft ist schwül und in den Ästen,

da schaut die Schlange nach den Gästen

 

Darüber in den unt’ren Bäumen,

da liegt ein Ozelot in Träumen

Wie viele schläft auch er, wenn‘s tagt

und geht bei Dunkelheit auf Jagd

 

Im Dachgeschoss im Regenwald,

da hängt im Baum, so ist es halt,

ein Faultier, das frisst Früchte, Blätter

und hat‘s gemütlich etwas netter

 

Noch höher ragen Urwaldriesen

und schaffen heiße, hohe Wiesen

Dort nisten Aras und Tukane

Ein Affe schält sich die Banane

 

Nur einer hat den Baum verlassen

Er war zu schwach und musste passen,

musst‘ fortan in Savannen leben

und dort nach etwas Neuem streben

 

Ganz aufrecht geh’n schien nun am besten

So konnt‘ man sehen und auch testen,

was die Arme, Hände können,

sind sie frei von and‘ren Zwängen

 

Mit Holz und Steinen konnt‘ man schaffen,

erfand das Werkzeug und die Waffen

Auch Feuer lernte man entfachen,

das Essen kochen, Töpfe machen

 

So schritt man langsam weiter fort

und kam zu Technik, Kunst und Wort,

zu Viehzucht, Ackerbau und Häusern

Man lernte schriftlich sich zu äußern

 

Der Geist verleiht ihm so viel Macht,

dass nun als ‚Mensch‘, auf sich bedacht,

kann er sich nehmen, was er will

Sein Wachstum steht noch heut nicht still

 

Er tötet so viel and’re Wesen

und glaubt sich noch von Gott erlesen

In seinen Wald kehrt er zurück

nicht nur als Wand’rer - Stück für Stück

 

zerstört er, was ihm Heimat war -

nur für sich selbst. Ist ihm nicht klar,

dass er das Lebenshaus zersägt,

das ihn und alles Leben trägt?

 

 

 

 

Anm: Den Regenwald kann man sich tatsächlich wie ein Haus mit mehreren Stockwerken vorstellen: Im   'Parterre' ist die Boden- und Wasserwelt mit Pilzen, Ameisen, Käfern und vielen anderen Insekten. Zu den Bewohnern von Flüssen und Seen gehören neben den Fischen auch Echsen, Krokodile oder Zwergflusspferde. Im 1.Stock mit Büschen, Sträuchern und Blüten leben Schlangen und kleine Nagetiere. Oft suchen auch Bewohner der oberen Etagen hier nach Nahrung: Jaguare, Affen, auch Kolibris auf der Suche nach Blütennektar. Im 2. Stock im Blätterdach der Kronenregion ist jede Menge los. In den Bäumen, die bis zu 35 Meter hoch wachsen, leben Affen, Schlangen und Baumfrösche, bunte Vögel wie Papageien und Tukane. Um die Äste ranken sich Lianen, Würgefeigen und schillernde Orchideen. Im 3. Stock: In den Baumriesen, die wie Türme aus dem Blätterdach herausragen, sind vor allem Vögel und Fledermäuse zu Hause. Zu den „Überständern“ gehören zum Beispiel der Mahagoni- und der Paranussbaum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lorbeerwälder

 
 

 

 

 

sind ein lebendiges Relikt der subtropischen Wälder, lebendiges Relikt der subtropischen Wälder sind, die vor mehreren Millionen Jahren im Tertiär den Mittelmeerraum bewohnten. Auf den Kanarischen Inseln kann man sie noch erleben, wenn man in Ruhe durch diese einzigartige Natur geht, die in der Quartärzeit von den Kontinenten verschwunden ist. Gekrümmte, moosüberwucherte Äste, von denen grüne Bartflechten herabhängen, versetzen einen in einen Märchenwald. Der stetig wehende Nordostpassat treibt Wolken vor sich her, deren Feuchtigkeit sich an den Flanken staut. Selbst im Hochsommer tropft das Wasser auf den Waldboden. Gespenstische Nebelschwaden ziehen durch das Dickicht und eine Wanderung durch die Naturlandschaft gleicht einem Ausflug in die verwunschenen Wälder aus Grimms Märchen. Die feuchte, kühle Luft ist angenehm frisch und rein. Zwei Meter hohe Farne säumen die wenigen Wanderwege durch den Nationalpark. Dann und wann öffnet sich eine Lichtung, plätschern kleine Flussläufe und fallen Wasserfälle am Wegesrand. Es gedeihen zahlreiche exotische Pflanzen wie baumhohe Erika-Gewächse und der seltene Zedernwachholder, der hier eine Höhe von bis zu 25 Metern erreicht.

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

DIE PILZE  sind nicht nur die 'Müllabfuhr' des Waldes, sie vernetzen auch in ihrem unterirdischen Geflecht die Bäume und leiten Informationen weiter. Was wir im Wald bisweilen suchen, sind lediglich die Früchte - das eigentliche große Netzwerk bleibt verborgen. Die Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere, aber genauso alt und unverzichtbar für das Weiterleben, da sie organische Stoffe aufnehmen und weiterverarbeiten. Ihre Kraft reicht von der Stärkung über die Bewusstseinserweiterung bis hin zur Vergiftung. Ihre Artenvielfalt ist größer als die der Pflanzen und Tiere.

 

 

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© Jürgen Wagner