Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

Tiere am und im Wasser

 

 

 

 

Das Leben kommt aus dem Wasser - und selbst wir Menschen verbringen noch 9 Monate darin, bevor wir uns auf die Erde und auf festen Boden begeben. Die Evolution beginnt dort - und manche sind auch dorthin zurückgekehrt - oder halten sich zumindest gerne darin auf.

 

Von der Symbolik her entspricht das Wasser der Welt der Gefühle. Wenn wir mit dem Wasserelement in irgend einer Weise in Berührung sind - oder mit den Wesen -, sind immer auch tiefe Schichten unserer Seele mit angesprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Irawadi Delfin

 

 

 

 

 

 

 

 

Am See

 

 

 

So still der See und milde der Abend
Die Zeit hält inne, den Tag in sich tragend
Die Wasser nähren und bringen zurück
und rühren an altes Sehnen und Glück

 

 

 

 

 

                                                                        Bild © Lore Ritter mfE.

 

 

 

 

 

 

Am Weiher

 

 

 

Am Weiher gibt es ein Konzert
Die Unken flöten unbeschwert
ihr Ung, ung, ung ins Abendrot
Einst glaubte man, das brächte Not

 

Die Frösche fallen noch mit ein
Ihr Äcg, äcg, äcg klingt nicht so fein
Am Ufer blähen sie sich auf
und kriegen einen richt'gen Lauf

 

Djäg, tri, djäg mischt einer sich noch ein
Ein Teichrohrsänger wird das sein
Wohl uns, wenn wir noch solches hör'n
und nicht nur Flug- und Straßenlärm

 

 

 

 

 

 

 

Hier das kurze Video zu dem Gedicht:

 

 

 

 

 

 

Graugänse

 

 

 

Die Graugänse sind Zugvögel und die Vorfahren unserer gezähmten Hausgänse. Graugänse werden ca. 20 Jahre alt und bleiben mit ihrem Partner, wenn möglich, ein Leben lang zusammen. Der Ruf der Wild- und Hausgänse ist phonetisch derselbe geblieben (gra gra), aber hört man genau hin, haben die Hausgänse ihre Wildheit und Freiheit deutlich eingebüßt. Das Brüten und die Aufzucht ist von März bis Juni. Kommt ein Seeadler oder Milan in die Nähe der Jungen, steigen die Gänse zusammen auf und verwirren ihn mit einem Riesengeschrei. Die Küken, die überleben, werden schon im Herbst ins Winterquartier mitfliegen. Durch die herrliche V-Formation, wo man sich auch abwechselt, sparen alle Energie - sie ist aerodynamisch leichter zu fliegen als die lose Gruppe. So legen sie (zwei Mal im Jahr) eine bis zu 6000 km lange Strecke zurück.

 

 

 

 

 

          Musik, Text, Gestaltung und Einspielung: JW

 

Biber

 

 

 

In kleinen Burgen nah am Fluss
errichten sie ihr Lager
Sie schwimmen gut, ihr Fell ist dicht,
sind passionierte Nager

 

Sie fällen Bäume hier und da
mit Eieruhrentechnik
Sie schaffen das in einer Nacht
Der Anblick, der ist heftig

 

Doch nährt es sie, sie nutzen's auch
und bauen damit Dämme
Sie bringen Äste, schleppen Kies
verwenden sogar Stämme

 

Wie Architekten, so versiert
verstehen sie zu bauen
Es wird verstaut und festgemacht
Darauf kann man vertrauen

 

Sie schaffen einen Lebensraum
für viele, viele Arten
Auch für sie selbst entsteht ein See
mit ruhigen, sich'ren Fahrten

 

Die Jungen sind noch wasserscheu
Es ist fast nicht zu glauben
Die Mutter wirft sie mal hinein
Dann lernen sie das Tauchen

 

Ihr Schwanz ist kräftig, ziemlich breit
ein Steuer und Depot
Wenn einer auf das Wasser schlägt,
droht Unheil irgendwo

 

Blitzschnell zieht man sich dann zurück.
Ein Feind ist auch der Mensch.
Der wollte nur ihr Fleisch und Fell
trotz aller Intelligenz

 

Sie fressen Pflanzen aller Art
ob Rinde, Blatt, ob Strauch
Ist man erwachsen, muss man geh'n
So ist es da der Brauch

 

Fast ausgerottet lebt er doch
und ist sogar geschützt
Noch immer geht er an sein Werk,
das vielen so sehr nützt

 

 

 

 

Der Biber, der in einigen Gegenden Deutschlands wieder Fuß gefasst hat, ist ein großer Architekt, der ganze Ökosysteme schafft und sie erhält und pflegt und viele Bewunderer hat. Wenn aber Uferböschungen abrutschen, Traktoren einbrechen, Deiche untergraben werden, Felder geflutet, Bäume reihenweise in Eieruhrtechnik durchgenagt und gefällt werden, ist Ärger vorprogrammiert.

 

Mit Erlangen der Geschlechtsreife muss das Biberkind das Revier verlassen, sich einen Partner suchen und ein neues Revier gründen, was Wanderungen bis zu 100 km bedeuten kann. Durch Verschließen von Nase und Ohren kann ein Biber bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben. Der Europäische Biber war durch Bejagung fast ausgerottet, die Bestände haben sich aber durch konsequenten Schutz und Auswilderung wieder erholt.

 

 

 

 

 

Foto: © brandtbolding/fotolia

 

 

 

 

 

 

Rasselbande

 

 

Drei Geschwister stehen hier
die für's Foto mal posier'n
Keck und schlau und raffiniert
scheinen früh schon sehr versiert

 

Großer Bruder Kraft verströmt
Schwesterchen sich gern anlehnt
Kleiner schaut nach vorn und tönt
Drei junge Leute unverwöhnt

 

 

 

 

 

 

 

 

  Rasselbande  © Christian Kutschenreiter mfE. (www.christian-kutschenreiter.de)

Blauwal - © secretagentman - fotolia

 

 

 

Wie es zu den Walen kam

 

 

 

 

Millionen Jahre ist es her
So ganze 50 an der Zahl
Der Himalaya war noch nicht
Und es gab noch keinen Wal

 

Denn dieser lebte noch auf Land
Und ging wie alle gern zu Fuß
Vier Beine trugen ihn, vier Zeh‘n
Doch Wasser war für ihn ein Muss

 

Denn in der großen Hitze Indiens
Da blieb er lieber an den Seen
War lang und oft und gern im Wasser
Und konnte gut darinnen geh’n

 

Ein winzig kleines Flusspferd, schlank
So stell‘ man sich dies Wesen vor
Es tauchte immer besser, länger
Kam nur zum Atmen noch empor

 

Aus seinen Beinen wurden Flossen
Es ging nicht mehr zurück ans Land
Es freute sich und blieb im Wasser
Ein starker Kreislauf hielt dem stand

 

Bis heute ist es dort geblieben
Erfreut damit die ganze Welt
Mit Klugheit, Liebe, frohen Sprüngen
Wie denn sein Leben ihm gefällt

 

Schon immer konnte es gut hören
Selbst unter Wasser war’s famos
Es fing selbst Lieder an zu singen
Auch für uns Menschen grandios

 

Gar hunderte von Kilometern
Dieselben sind so weit zu hör’n
Die Männer suchen so die Frauen
Mit ihren Unterwasserchör’n

 

Aus einstens lieben kleinen ‚Pferdchen‘
Da wurden Riesen vieler Art
Wir Menschen konnten immer staunen
Bejagten sie jedoch auch hart

 

Bis heute wandern sie durch Meere
Ja, tausende von Meilen weit
Damit dies auch in Zukunft bleibe
Bedarf es uns'rer Tätigkeit

 

 

 

 

Anm.: Vor 50 Millionen Jahren gab es im heutigen Kaschmir ein knapp 30 cm hohes Huftier: der Indohyus. Es lebte in einem tropischen Klima im flachen Uferbereich von Seen. Es hat sich über eine lange Zeit mehr und mehr dem Leben im Wasser angepasst. Neben den Walen haben einzig die Seekühe die vollständige Rückkehr ins Wasser vollzogen, während alle anderen Säugetiere, die viel im Wasser leben (Flusspferde, Robben, Biber, Ottern, …), sich die Option Land erhalten haben. Von den heute lebenden Säugetieren ist das hasengroße afrikanische Hirschferkel dem Indohyus am nächsten, das sich ebenfalls im Wasser genauso geschmeidig bewegt wie auf dem Land und von der Größe her vergleichbar wäre.

 

 

 

 

 

 

Der Indohyus, Vorfahr aller Walarten

Ein schönes kleines Beispiel für gelungenes Verstehen und Vertrauen zwischen Tier und Mensch:

Ekstase

 

 

 

 

Einmal möcht' ich fliegen
Einmal abheben
Einmal in Lüften
fast schwerelos schweben

 

 

 

 

 

 

Buckelwale überraschen immer wieder Wissenschaftler, die viele Anzeichen dafür wahrnehmen, dass die großen Wassertiere ein anspruchsvolles Denkvermögen haben, Entscheidungen treffen können, imstande sind, Probleme zu lösen und zu kommunizieren. Es gibt hunderte von Beispielen, wo sie andere Tiere schützen, z.B. vor den Angriffen der Orcas  (National Geographic).

 

 

 

 

 

Der Buckelwal

 

 

 

Es war einmal ein Säugetier
das ging zurück in das Plaisier
des Wassers und des großen Meeres
und nahm ein Los, ein ziemlich schweres

 

Es tummelte sich im Element
Es schwamm und gleitete, präsent
vor Freude in des Wassers Armen
und musste doch stets hoch zum Atmen

 

Für eine gute Viertelstunde
dreht es seine Wasserrunde
Taucht auf und atmet aus und ein
empfängt ein wenig Sonnenschein

 

Dreizehn Meter ist er lang
Berühmt sein tonreicher Gesang
Taucht er ab, gibt es den Buckel
Man ahnt die Kraft im großen Huckel

 

Wenn sie sich paaren, singen sie
Wenn sie sich nähren, öffnen sie
den großen Schlund und nehmen auf
das ganze Kleingetier zuhauf

 

Täglich mehr als eine Tonne
verspeisen sie in großer Wonne
Dann schießen sie ganz aus dem Wasser
Wer solches sieht, wird schon mal blasser

 

Die Fluke sieht man noch zuletzt
den Schwanz, der uns in Staunen setzt
Dann geht es wieder tief hinein
Wie gern würd' man bei ihnen sein

 

 

 

 

 

Anm.: Vor 50 Millionen Jahren entwickelten sich an Land lebende Säugetiere (Paarhufer) zu Meeresbewohnern: das wurden die Wale. Anhand der heute noch lebenden ‚Flusspferde‘, die gern und viel im Wasser sind, könnte man sich dies veranschaulichen. Sie bildeten ihre Hinterfüße zurück, die Vorderbeine wurden mit der Zeit zu Flossen und sie passten sich (wieder) ganz dem Wasserelement an. Sie sind intelligente, gesellige Tiere mit einem hochentwickelten Sozialverhalten. Zu den Walen gehören auch die Tümmler und Delphine. Die meisten Arten schwimmen in Gruppen und haben eine feste Hierarchie. Das Verhalten in der Gruppe ist - von Stresssituationen abgesehen - friedlich. Sie streicheln und schubsen sich beim Schwimmen. Markant sind die spielerischen Verhaltensweisen der Tiere, die sich in Luftsprüngen, Wellenreiten oder Flossenschlagen äußern und auch bei ausgewachsenen Tieren vorkommen. Zur Kommunikation untereinander geben die männlichen Tiere gesangsähnliche Töne und Melodien ab, die über hunderte Kilometer im Wasser zu hören sind. Manche Walarten, wie die Buckelwale, sind zur Erzeugung von bis zu 600 unterschiedlichen Lauten fähig.


Der industrielle Walfang bedroht heute – trotz eines internationalen Moratoriums seit 1986, die Existenz vieler Arten. Dazu kommen die Verschmutzung der Meere, auch die akustische durch Schiffe, veränderte Lebensräume und der Klimawandel. Die Buckelwale existieren noch mit einem Drittel ihrer einstigen Population.

 

 

 

 

 

Buckelwal © ead72-fotolia

 

 

 

 

 

 

Der Steinbeißer

 

 

 

 

Heute dacht‘ ich an die See
und fühlte dabei etwas Weh

Ich wär so gern dahin gereist
wär geschwommen, hätt' gespeist

 


Nun kam dafür auf meinen Tisch
Ein ganz feiner edler Fisch
Die Steine beißt er, wie man sagt
Ist auch als Seewolf sehr gefragt

 

Er kaut den Sand nach Kleingetier

Ist nicht die Art, wie ich dinier‘

Er gräbt sich ein im Untergrund

verbringt den Tag so viele Stund

 

verborgen in dem klaren Bach

und ist dabei nur wenig wach

Er sucht zur Nacht, was er da find‘t

durchkaut und frisst es ganz geschwind

 

 

 

Wer Steine beißt und Hartes mahlt

Wer sich zurückhält und nicht prahlt

Der sieht nicht immer sehr gut aus

Doch macht er etwas Edles draus

 

 

 

 

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© Jürgen Wagner