Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

 

 

Kraftorte der Natur

 

 

 

 

 

Die Schöpfung ist keine 'gefallene', wie manche unter dem Eindruck des Tötens und Essens wähnen. Es ist ein Geben und Nehmen, ein Kommen und Gehen, ein Werden und Vergehen. Sehen wir sie lieber als großen Kreis, als Zyklus und Spirale, dann sind wir etwas näher an der Wirklichkeit, wie sie überall im Universum erscheint.

 

 

 

Die Natur ist die erste und verbindlichste Heilige Schrift vor allen inspirierten, durch Menschen geschriebenen heiligen Büchern. Wenn wir s i e kennen lernen, lieben und ehren, werden wir verstehen. Entfernen wir uns von ihr, hausen wir umso mehr in unseren eigenen Gebäuden - und erliegen unseren Gedanken, statt das Leben zu erfahren.

 

 

Die Mysterien sind allüberall. Besonders spürbar sind sie an Orten, die eine besondere Kraft haben. Sie können spektakulär sein wie die Externsteine oder der Königssee - aber auch unscheinbar wie der Platz, den die Katze oder der Hund immer wieder aufsucht - oder künstlich wie eine Krypta oder ein schön angelegter Garten.

 

Sowohl in den heiligen Schriften wie auch in Märchen und Mythen auchen diese Orte immer wieder auf als Plätze, an denen etwas Bedeutendes geschieht oder geschehen kann.

 

 

 

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Im Rosensteinpark in Stuttgart

 

 

 

 

'Magische' Plätze

 

 

 

Um Orte zu sehen und zu erleben, die eine besondere Kraft ausstrahlen, muss man kein Geomantiker oder Esoteriker sein, es genügt, dass man sich dafür sensibilisiert. Sie sind nicht nur in Gizeh oder in Stonehenge, sie sind auch im Garten, im Park und im Wald. Sie sind dort, wo die Natur kraftvoll leben und sich entfalten kann.

 

Findet man solche Plätze, kann man sie sehr genießen. Sie können einem viel geben, wenn man dort etwas verweilt. Umgekehrt stärken und ehren wir s i e, wenn wir ihnen unsere Aufmerksamkeit schenken: mit einem stillen Verweilen, einem Dank, einem Lied, mit ein paar Blumen, dem Aufrichten eines Steines, o.Ä.  So kennt man es seit uralten Zeiten. Die Natur ist nicht tot, auch nicht stumm: aber wir müssen uns auch ein Stück auf sie einlassen, sonst erleben wir nur wenig.

 

 

 

 

 

Die Externsteine im Teutoburger Wald ©Burkhard Kuster - fotolia

 

 

 

Der Umgang mit Kraftorten

 

 

 

 

Finden wir einen Ort, der uns anzieht, dann können wir uns intuitiv irgendwo niederlassen. Das kann in einer Kirche, Kapelle, bei einem Kloster sein, eine Stelle an einem Bach, ein Waldstück mit besonderen Bäumen, eine Quelle o.a. Man muss nicht dieses oder jenes spüren: es reicht, dass wir uns dort wohlfühlen wie die Katze an ihrem Platz.

 

Anschließend kann man selbstverständlich einfach weitergehen. Wir können aber auch etwas Dankbarkeit zeigen und etwas von uns dortlassen:  ein Haar, eine Spange, eine Verneigung, einen Dank, einen Segen. Das kann jeder tun, so wie es für einen stimmt. Manche legen einfach die Hand auf den Felsen oder den Baum. Man kann sich darauf verlassen: was von Herzen kommt, mag auch irgendwo ankommen!

 

 

 

 

 

 

Giersteine bei Forsbach

 

 

 

 

 

Das Nächtigen im Freien

 

 

 

Wie die folgende Geschichte zeigt, hat man an manchen Orten auch besondere, wichtige Träume für das eigene Leben.

 

 

Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran  und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn unter seinen Kopf und legte sich schlafen.  Und ihm träumte: eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der Gott Abrahams und Isaaks; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Sie. sollen werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land.

 

Als Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Bestimmt ist Gott an diesem Ort, und ich wusste es nicht. Er bekam es mit de Angst zu tun: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, hier ist eine Pforte des Himmels.
Jakob stand früh auf, nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte und richtete ihn auf zu einem Mal und goss Öl oben darauf  und nannte den Ort Beth-El (‚Haus Gottes‘). Er tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen  und mich in Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein; und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.

 

 

Aus 1 .Mose 28

 

 

 

 

 

 

Oh die Buche ........
etwas von Dir
berührt mich in mir -
was ich suche
davon hab' ich gefunden
etwas - in all den Stunden
die ich verbracht
unter Dir letzte Nacht

 

 

 

 

 

 

 

Baumgruppe in Brandenburg © Christian Ritter mfG.

 

 

Naturkirche

 

 

 

 

Ein Turm ragt gen Himmel

Ein Dach, das da birgt

Kein Laut, kein Gebimmel

Doch Stille, die wirkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mauerblume © hctklaus/Fotolia

 

 

 

Mauerblümchen

 

 

 

 

Du wächst, Du gedeihst
Du kämpfst, Du erreichst
Was niemand gedacht
Bestehst wundervoll
Noch die ärmlichste Nacht

 

 

 

 

 

Mauerblume
Musik und Einspielung: JW
LANDR-Das Mauerblümchen.mp3
MP3-Audiodatei [2.0 MB]

 

 

 

 

Der Löwenzahn



Er schafft sich Bahn, er beißt sich durch
Ein Löwen-zahn kennt keine Furcht

 

Verwurzelt, verzweigt, so treibt er hinaus

Ist der Rasen gemäht, ist’s noch lange nicht aus


Er wohnt im Grün, er schaut ins Blau
Im Wachsen kühn und fruchtbar: schau!

 

Erst gelb wie die Sonne, dann weiß wie das Licht

Der Wind trägt die Samen, wohin, weiß er nicht

 

Auf Wiesen, in Fugen, da kannst Du ihn seh’n

Kreativ und mit Kraft – so kann man besteh’n

 

 

 

 

 

 

Der Löwenzahn hat eine unglaubliche Lebenskraft in sich, was schon die tief eingeschnittenen und gezähnten Blätter andeuten. Das liegt zum Einen an den bis zu 2m langen Wurzeln, die immer wieder neu austreiben können, zum Anderen an seiner Wandlungskraft von einer goldgelben Blüte mit 100 Zungenblättern hin zur Pusteblume mit ca 300 Samen, die als Schirmflieger ausgebildet sind und vom Wind leicht überallhin getragen werden können. Er kann in jeder Mauerritze, auf Schutthalden und Brachflächen sich ansiedeln, wenn minimalste Voraussetzungen gegeben sind. Was dem Gärtner ein lästiges Unkraut ist, sehen viele heute als gesundheitsförderndes Nahrungsmittel auch für uns, da es als Tee, Salat oder Saft genossen seine Eigenschaften auch  uns zugute kommen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heilige Berge

 

 

Bei vielen Völkern gab und gibt es ‚heilige Berge‘: der Horeb im Sinai, der Kailash in Tibet, der Fujijama in Japan, Croagh Patrick in Irland, der Athos in Griechenland, der Kilimandscharo in Tansania, der Ayers Rock in der zentralaustralischen Wüste, die Black Hills in Nordamerika. Sie sind dem Himmel nahe und galten als Sitz der Götter. Allesamt beeindrucken sie durch ihre machtvolle Erscheinung. Entweder waren sie tabu oder ein Ziel für Pilger und Visionssuchende.

 

Es muss aber nicht unbedingt das Matterhorn sein. Jede Besteigung eines noch so bescheidenen Hausberges ist ein Erlebnis - und eine Herausforderung. Wenn man offenen Sinnes in die Höhe steigt, wird man tatsächlich immer auch ein Stück verwandelt und sieht die Welt mal aus einer höheren Perspektive.

 

 

 

 

 

Der Berg Kailash in Tibet © ykumsri - Fotolia.com
Enzian in den Österreichischen Alpen von Daniel Koell/Fotolia

 

 

 

 

 

Enzian

 

 

 

Droben wetteifern
Mit der Bläue des Himmels
Fünf zarte Flügel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heilige Bäume

 

 

 

Besondere Bäume und Wälder waren unseren Vorfahren heilige Stätten. Hier fanden Volksversammlungen, Gerichte und Rituale statt. Noch heute haben wir Relikte davon in der Dorflinde, dem Maibaum, der Pappelallee, dem Richtbaum, dem Weihnachtsbaum. Noch heute kündigen manche Namen davon wie Lichtenhain, Heidenau, Heidenfals. Von einem heiligen Baum durfte man keine Zweige nehmen, geschweige denn ihn fällen. Wir brauchen heute nicht mehr dahin zurückkehren, in einem mächtigen Baum eine Gottheit wohnend zu ahnen, aber wir sollten es schaffen, die Ehrwürdigkeit mancher Bäume wieder zu empfinden und diese zu schützen. Das ist genauso realistisch wie einen alten und erfahrenen Menschen zu ehren.

 

 

 

 

                                                                        Alte Eiche

 

 

 

 

 

 

 

 

Steinheiligtümer

 

 

 

Es gibt sie nicht nur in Irland und England. Die Megalithtempel in Norddeutschland liegen meist wie in einem Dornröschenschlaf in der Landschaft, als sei ihnen in den vergangenen Zeiten so wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden, dass sie kaum noch zu den Menschen sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Boitiner Steintanz

 

 

Ein Ort kann schlummern,

ein Ort kann verwaisen

Ein Ort kann erwachen,

wenn wir dorthin reisen,

 

ihn sehen, verweilen,

mit ihm etwas teilen

Etwas singen und spielen,

und sitzen in Frieden

 

 

 

 

 

 

Der ‚Steintanz‘ von Boitin in Mecklenburg-Vorpommern, die größte erhaltene Steinkreis-Anlage in Norddeutschland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sakrale Orte

 

 

 

 

Ob man sich in einer einfachen Dorfkapelle besonders wohl fühlt oder vom Licht einer alten Kirche berührt wird – auch kirchliche Räume sind oft Orte der Kraft. Besonders alte Kirchen stehen oft auf kraftvollen alten Orten oder entfalten selbst durch ihre Architektur, ihre Fenster und Symbole ein starkes Feld. Die stärksten Punkte oder Bereiche sind oft der Altarbereich oder die Vierung, wo sich das Lang- und das Querschiff kreuzen. Man kann hier selbst seine Erfahrungen machen, wenn man sich einmal dafür sensibilisiert, wo man sich selbst am besten und kraftvollsten fühlt. Manchmal ist er in der Krypta, manchmal in einem Kreuzgang. Sehr deutlich ist vice versa es bei neuen Kirchen, die irgendwo erbaut wurden. Man spürt sofort, dass ihnen etwas Wesentliches fehlt.

 

 

 

 

 

 

Wallfahrtskirche St. Georgen bei Serfaus, Tirol

(Bild mfE. C. Astl)

 

 

 

 

 

Heilige Quellen

 

 

 

Sie gibt es in Europa und darüber hinaus in nicht kleiner Zahl. Teilweise ist es bis heute üblich, dort Gaben niederzulegen und Gebete zu sprechen. Das klare und frische Wasser wird oft zu Heilzwecken genutzt. Ihre Bedeutung erlangten manche schon in der Urgeschichte.

 

 

 

Der Fluss

 

 

 

 

 

Der Erde entsprungen, als Rinnsal begonnen
Und weiter gedrungen, den Weg genommen
Die Mulden gefüllt, das Hohe umspielt
'Wohin' war verhüllt, die Neigung, sie gilt

Sich weiter verbunden und Kraft gewonnen
Durch Tiefen gedrungen und Felsen genommen
Das Leben geschenkt und Städte gegründet
Die Wesen getränkt, ins Meer gemündet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Wunder in einer einzigen Knospe,

die sich öffnet und entfaltet,

ist wohl aller Huldigung und Lobgesänge wert

zu denen wir als Menschen in der Lage sind

 

 

 

 

 

Heilig
Musik, Einspielung und Gestaltung: JW
Heilig.mp42.mp4
MP3-Audiodatei [65.9 MB]

Als Feenring oder Hexenring (hier aus Island) bezeichnete man im Volksglauben ringförmige Strukturen, die im Grasland, in der Wüste oder (von Pilzen) im Wald gebildet werden. Man sah hier das wunderbare Wirken übernatürlicher Kräfte und ihre Manifestation. Man hat heute manches wissenschaftlich erklärt - was aber dem großartigen Phänomen keinen Abbruch tut!

 

 

 

 

 

 

Es gibt noch Orte, die ihr Geheimnis haben:

Wistman's Wood in Dartmoor (Devon, Südengland)

 

 

 

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