Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

Berge

 

 

 

 

 

Die Berge sind ein Ergebnis des feurigen und bewegten Innenlebens der Erde. Vor mehr als 200 Millionen Jahren gab es nur einen einzigen Kontinent: den Ur-Kontinent Pangäa. Der lag inmitten eines riesengroßen Ur-Ozeans. Die Strömungen, die unterhalb des Kontinents verliefen, zerrten so sehr an ihm, dass er eines Tages auseinanderbrach. Die Bruchstücke - die sogenannten Kontinentalplatten - drifteten zuerst auseinander und dann wieder aufeinander zu. Wo sich die Kontinentalplatten bewegten, entstanden die großen Gebirge dieser Erde. Als die eurasische und die indische Platte aufeinander trafen, entstand der Himalaya, beim Zusammenstoß von Afrika und Europa die Alpen.

 

In den Mythen waren die Berge, die bis in den Himmel ragten, Sitz des Göttlichen und Inbegriff der Erhabenheit. Aus indianischer Tradition, aber auch aus dem Neuen Testament (Mt 13/24) ist überliefert, dass man zum Beten auf einen Berg ging: man macht sich die Mühe - und ist dort dem Himmel näher. Sie waren Orte der Zuflucht und der Hilfe (Psalm 121/1). Märchen und Sagen haben ebenfalls beschrieben, was wir dort erleben: eine Transzendenz des Alltäglichen und eine geheimnisvolle Welt, die in die Höhe, aber auch in die Tiefen geht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enzian

 

 

 

 

Droben wetteifern

mit der Bläue des Himmels

Fünf zarte Flügel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf- und Abstieg

 

 

 

 

Den Berg erklimmen, den Höhenweg gehen

Die Welt doch einmal von oben besehen

Doch dann auch der Abstieg auf steinigen Wegen

um neu zu begrüßen das tägliche Leben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild © paulprescott72 - CanStockPhoto

 

 

 

 

 

Sitting on top

the world is full of dignity

 

The early morning mist

doesn't cloud the peace of this day

 

 

 

 

 

 

Elefantenherde vor dem Kilimandscharo © aussieanouk - Fotolia.com

Bis die Seele nachgekommen

 

 

 

 

 

Himalaya, das ‚Haus von Schnee‘
Ein Forscher hatte die Idee
Dort etwas Neues zu entdecken
Zu allgemeinen Wissenzwecken

 

Nahm mit sich Träger aus dem Land
Die er in kleinen Dörfern fand
Ein Sherpa kannte wohl die Pfade
So brach man auf - doch wurd's die Plage!

 

Schon nach dem ersten steilen Pass
War’n alle fertig, alle blass
Man ruhte aus, genoss die Sonne
Die Aussicht und die weiße Wonne

 

Der Forscher trieb zur Eile an
Er hatte einen klaren Plan
Doch all die Leute aus dem Lande
Die nahm er wahr nur ganz am Rande

 

Die sprachen: Herr, wir sagen Dir
Wir sind nicht faul, wir warten hier
Lass und die Zeit und sei besonnen
Bis uns're Seelen nachgekommen

 

 

 

 

 

 

Blick auf den Ama Dablan © Daniel Prudek - Fotolia.com
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