Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

 

Bäume, Baumarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bäume

 

 

 

 

So tief verwurzelt, hoch entfaltet
so grad gewachsen, klar gestaltet
Der Erde Kraft, Vergangenheit
Die Lunge und ihr grünes Kleid

 

In jedem Baum, da sprießt das Leben
Ein jeder Baum kann Dir was geben
Verbringe nur ein wenig Zeit
in ihrer Nähe, still, bereit

 

Die Birke, sie gibt Leichtigkeit
Der Apfel Liebesfähigkeit
Das Kraft des Ahorns lässt vertrau'n
Mit Eschen kann man vorwärts schau’n

 

Die Eiche spendet inn’re Macht
Wacholder konzentrierte Kraft
Die Weide kann Dich inspirier‘n
Vital kann man die Eiben spür'n

 

Die Linde hat nicht wenig Liebe
Die Buche schöpferische Triebe
Die Espe lässt Dich Feines wittern
Mit Erlen kann man nicht verbittern

 

Die Bäume sind die wahrhaft Alten
Mit ihnen könnten wir entfalten
Was der Erde Reichtum ist
Erkenn’ in ihnen, was Du bist

 

 

 

 

 

 

 

 

Esche

 Alter Baum

 

 

 

 

Was für ein Baum, was für ein Wesen
vielhundert Jahre schon da gewesen
Hier mag ich ruh'n und etwas spür'n
und mich etwas bei ihm verlier'n

 

Was für ein Geist, welch hoh' Gestalt
knorrig entfaltet, weise, alt
Durch's Blätterdach rauscht sanft der Wind
ich leh'n mich an, grad' wie ein Kind

 

Was für ein Ahn, welch feine Seele
Hier sag ich Dank und ich befehle
mich an das Leben jetzt und hier
- und bin noch lang bei Dir und mir

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Esche

 

 
 

 

Ein sehr alter Traum

Die Welt als ein Baum

Auf all seinen Eb'nen

Entfaltet sich Leben

Die Krone: der Himmel

In der Mitt' das Gewimmel

Was tief unten geschieht

ist verborg'nes Gebiet

 

So fest, so stark und grundstabil
Da wären wir schon fast am Ziel
Wenn uns’re Welt sich könnte messen
Mit einer Esche, ihren Kräften
Doch gibt sie uns ein wenig Ahnung
Vielleicht auch eine kleine Mahnung:


Ernsthaft zu sein und tief gegründet
Solid’ zu wachsen, lichtverbündet 

 

 

 

 

 

Anm.: Die Esche gehört in die Familie der Ölbaum- gewächse. Sie wird ein hoher Baum mit kugelförmiger Krone und erreicht Stammdurch-messer bis zu 2m und Höhen bis über 40m. Das Höchstalter beträgt 250 bis 300 Jahre. Durch einen Pilz aus Japan ist sie z.Z. akut bedroht.

 

Die Esche hat ein hohes Lichtbedürfnis. Als junger Baum ist sie noch sehr schattentolerant, benötigt mit zunehmendem Alter mehr Licht und braucht schließlich eine vollkommen freie Krone für ein zufriedenstellendes Wachstum.

 

Eschenholz hat eine hohe Qualität: es wird dann eingesetzt, wenn hohe Ansprüche an die Festigkeit, Zähigkeit und Elastizität gestellt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DAS STERBEN DER ESCHE

 

 

 

 

Der große Baum, er liegt im Sterben

Ein Parasit frisst sich hindurch

Ganz unerkannt kommt das Verderben

Da hilft kein Glaube, keine Furcht

 

 

Der Weltenbaum, er darf nicht gehen

Das hohe Streben muss besteh‘n

Ein paar, die müssen überleben

Die sich zu wehren hier versteh‘n

 

 

 

 

 

Die Esche, die zu den Olivengewächsen gehört, ist ein äußerst vitaler Baum, der seine Wurzeln tief und weit verzweigt, der oft kerzengerade wächst und eine rundliche Krone ausbildet. Er neigt nichtsdestoweniger zur Vorsicht: erst spät  wirft er seine Blätter  ab und im Frühjahr treibt er als letzter aus, um keinem Spätfrost mehr zum Opfer zu fallen.

In der Alten Welt war er hoch geachtet, Repräsentant des Weltenbaumes und sein Holz wurde für Waffen, seine Blätter und Rinde für Heilungszwecke verwendet. Auch heute noch ist das gleichzeitig harte und elastische Holz der Esche hoch begehrt. Die Esche ist eine ausgesprochene Persönlichkeit und geht geradewegs voran. Sie hat ein anziehendes, aber auch ein forderndes und anspruchsvolles Wesen.

Ihr lateinischer Name ist Fraxinus (von frangere, brechen): sie ist der Baum, den man immer wieder brechen kann, die Zweige und Äste verwenden kann, und der immer wieder weiterlebt und immer wieder neu austreibt. Deswegen pflanzt man die Esche auch sehr gerne auf Friedhöfe oder setzt sie vor Kirchen, das ist in Skandinavien besonders verbreitet. Dieser scheinbaren ‚Unsterblichkeit‘ hat eine Nebenart eines bisher harmlosen Pilzes ein Ende bereitet, die vor 20 Jahren erstmals in Polen auftrat: das ‚Falsche Weiße Stängelbecherchen‘. Das uns – und auch dem Baum bekannte -  ‚Weiße Stängelbecherchen‘ ist harmlos.  Selbst die Forschung hat es nur durch molekularbiologische Untersuchungen von dem uns bisher bekannten unterscheiden können. Es lebt als Parasit, breitet sich mit Abermillionen Sporen mit dem Wind aus, dringt nach Befall der Esche schnell über die Blätter zu den Trieben vor und bildet Nekrosen an Ästen und Stamm. Gleich einem Krebskranken stirbt die Esche den langsamen Zelltod. Andere Bäume greift es nicht an. Eine Heilung ist, auch von außen, (bisher) nicht möglich. Nur wenige Eschen sind resistent, die allermeisten sterben. Der Pilz breitet sich in ganz Europa aus. Dänemark hat bereits 90% seiner Eschen verloren. In Deutschland befürchtet man, dass in den nächsten 5 Jahren 1/3 der Eschen absterben werden.

 

 

 

 

 

 

Die Hängeweide

 

 

 

Die grüne Kapelle
ich suche sie auf
an feuchtkühler Stelle
am nahen Flusslauf

 

Sie birgt und sie schützt mich
Hier kann ich still sein
kann lieben, kann trauern
Hier bin ich allein

 

Sie heilt und sie weist mich
ins Inn‘re hinein
Da lausch‘ und da sing ich
und mag mich befrei’n

 

 

 

 

 

 

 

Die Weide als Wasserbaum ist eine 'Mutter' - seit alters her mit dem Mond verbunden, mit Heilkraft und mit künstlerischer Inspiration. Ihre Fruchtbarkeit ist enorm und ihre regenerative Kraft bewundernswert. Bruchstücke, die der Sturm übrig gelassen hat, treiben alsbald wieder ganze Bündel von neuen Ruten aus. Als Einzelbaum werden sie im besten Fall 120 Jahre alt, aber ihre Triebe wachsen lange darüber hinaus weiter. Viele Göttinnen der alten Welt hatten ihre Weiden. Der Wind in den Zweigen schenkte den Dichtern Eingebungen, aus dem Holz stellte man Flöten und Harfen her. In christlicher Zeit wurde er mit den Hexen in Verbindung gebracht, aber seine Heilkräfte und die Herstellung von Körben und Besen aus den biegsamen Ruten machten ihn unentbehrlich für die Menschen. Der Wirkstoff der Weide, das Salicin, ist noch heute die Basis des Aspririn. Die Weide, die sich gerne in Flussauen ansiedelt, wehrt damit Krankheiten ab, die durch die große Feuchtigkeit entstehen. Weidenruten werden als Wünschelruten verwendet, da Weidenholz stark auf Wasser anspricht. Dass wir uns zu Weiden hingezogen fühlen, hat auch damit zu tun, dass mit dem Wasser das Reich der Gefühle einhergeht, die sie wecken können. Der Kontakt mit den mütterlichen Gründen kann ins Träumen führen oder in die Schwere des Wassers und des Gemütes, aber auch ins Übersinnliche und Kreative.

 

 

 

 

 

Trauerweide © thesupe87/CanStockPhoto
Die Hängeweide - Sprecher und Musik: JW
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Der Ahorn

 

 

 

Schönheit, Maß und Symmetrie
Die Kraft der Mitte, Harmonie
‚Maßholder’ wurde er genannt
So sagte man in uns’rem Land

 

Diese Kraft, die ist ihm eigen
Er kann es Dir auch einmal zeigen
Bist Du jemals in schwerer Not
Geh’ hin zu ihm - und komm ins Lot

 

 

 

 

 

 

 

Der sehr lichtbedürftige Ahorn kann in den Wäldern z.B. mit der Buche nicht konkurrieren. So finden wir ihn meist am Rande der Wälder, Wege und Felder, etwas alleine stehend. Er gehört mit seinen 150 Arten weltweit zu den bekanntesten und beliebtesten Bäumen und hat es in Kanada sogar auf die Nationalflagge geschafft. Die an eine Hand erinnernden symmetrischen Blätter, die ebf. symmetrischen, fliegenden Samen und seine Farbenpracht im Herbst haben ihn überall in unsere Parks und Städte gebracht. Hat er einen guten Standort, ist er sehr robust und übersteht sogar den Verkehrsschmutz und -lärm am Strassenrand. Früher nannte man ihn den 'Maßholder' genannt, den, der 'das Mass hält'. Das, was sich in Wuchs, Blättern, süßem Saft und Samen äußerlich zeigt, ist auch i n ihm: eine Fülle an Licht, Ausgewogenheit und Persönlichkeit.

 

 

 

 

 

 

 

Die Eiche

 

 

 

 

Im Wald ist sie der König

Und viele sind zu Gast

An Macht hat sie nicht wenig

Im knorrigen Palast

 

Regiert wird mit der Güte

Ein jeder nimmt und gibt

Ganz einfach bleibt die Blüte

Er wird genährt, geliebt

 

Wer langsam wächst und stetig

Gewinnt mal große Kraft

Und vieler Sorgen ledig

Stört keiner seiner Rast

 

 

 

 

 

Die Eiche ist von alters her ein Symbol der Stärke und Macht und den obersten Gottheiten zugeordnet. Tatsächlich ist sie ein Baum, der seine Zeit braucht, in jungen Jahren überhaupt keine Beschattung erträgt und erst mit 60 Jahren geschlechtsreif wird. Erst dann kann sie ihre Fruchtbarkeit entfalten und zu dem mütterlichen Baum werden, der viele Arten bei sich beheimatet und ihre Früchte nicht, wie die Buche oder Kastanie, mit einer stacheligen Kapsel schützt, sondern in einem Becher aufstellt. Diese männliche Kraft ist ihr zutiefst eigen. Sie schützt sich selbst mit einer dicken Borke, einem dicken Stamm und einem mächtigen Wurzelsystem. Ihr elektrischer Fluss ist außergewöhnlich stark, was sie für Blitze anziehender macht als die Buche. Sie kann 600 Jahre alt werden, in besonderen Fällen auch 1000 Jahre und darüber. Rinde und Blätter wurden früher zu Heilzwecken verwendet, die Eicheln waren  vor der Einfuhr der Kartoffel ein Grundnahrungsmittel vom Mehl bis zum Kaffee. Den Christen war ihre hohe Stellung ein Dorn im Auge und galt ihnen lange Zeit als heidnischer Baum. Obwohl man ihm viel Böses nachsagte, benutzte man ihn zu Zauber- und Orakelzwecken. Er ist, trotz der Fällung der Donareiche durch Bonifatius, so sehr in unserer Seele verankert, dass mindestens 600 Orte in Deutschland auf sie Bezug nehmen (Eickelborn, Eichelhain …), viele Familiennamen (Aichinger, Eickmeier …), und ihr Laub Münzen, Wappen und militärische Abzeichen schmückt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Eiche

 

 

 

 

Die Eiche war ein heil'ger Baum
So kann man ihn noch immer noch schau'n
Robust und knorrig, mächtig, stark
Ein Riese, unbeugsam, autark

 

Dem Donnergott war er geweiht
Eintausend Jahr' zählt seine Zeit
Doch Bonifaz hat sie gefällt -
und die Entzauberung gewählt

 

Gibt's da noch einen Weg zurück,
ja wenigstens ein kleines Stück?
Ist uns denn heut' noch etwas heilig
Und war man einstens nicht voreilig?

 

 ***

 

Die Eiche ist noch immer da
und kommen wir ihr einmal nah

berührt sie uns mit ihrem Wesen
das wir vermutlich nie ganz lesen

 

Wie eine Eiche mag man steh’n
sich selber treu durch’s Leben geh’n
Ihr Laub schmückt uns're kleinen Münzen
Und Krieger es sich sehnlich wünschen

 

 

 

 

 

Weltweit gibt es rund 600 Eichenarten. In Mitteleuropa ist der Artenreichtum der Bäume allerdings durch die letzten Eiszeiten stark eingeschränkt: zwischen dem aus dem Norden vordringenden Eis und den Alpen blieb kaum eine Rückzugsmöglichkeit für die Bäume übrig

 

Es gibt vor allem zwei recht weit verbreitete Eichenarten in Deutschland, die sich nur wenig unterscheiden: die Stieleiche und die Traubeneiche. Die Artunter-scheidung Stieleiche - Traubeneiche erklärt sich aus dem Fruchtansatz: einmal an langen Stielen, zum anderen am Zweig traubenartig gehäuft.

 

Als Symbol mit mythischem Charakter gelten die vielen „1.000-jährigen“ Eichen. Diese bildeten u.a. heilige Haine und Einfriedungen von Höfen oder Gütern. Als Ort des Things und als Gerichtseichen haben sich diese Bäume weit in aufgeklärte Zeiten gerettet. Eichenalleen kennen wir aus nördlichen und östlichen Ländern sowie aus den Niederlanden.

 

Mit dem Namen Eiche werden häufig Vorstellungen von Kraft, Stärke, Dauer, Standhaftigkeit oder Ewigkeit verbunden. Redewendungen wie "stark wie eine Eiche" oder "ein Kerl wie eine Eiche“ zeugen davon.

 

In den alten Religionen, Mythen und Sagen war die Eiche ein heiliger Baum – häufig in Verbindung mit blitztragenden Göttern. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius den Älteren ist überliefert worden, dass die Kelten ohne Eichenlaub gar keine kultischen Handlungen vollzogen.

 

Bei der Bundeswehr findet man das Eichenlaub in Form eines Kranzes bei diversen Abzeichen wieder, bei unserer Währung auf den ein, zwei und fünf Cent Stücken

 

Bonifatius (Apostel der Deutschen) fällte die Donareiche bei Geismar im Jahr 723, um den zu bekehrenden Heiden zu beweisen, dass ihr Gott ein ohnmächtiges Wesen sei, das nicht einmal seinen Baum schützen könne.

 

 

 

 

 

 

 

Die Eiche - Sprecher und Musik JW
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Alte Eichen

 

 

 

 

Alte Wesen, große Seelen
Wächter, Hüter dieses Orts
Boten aus ganz and'ren Zeiten
Bedürfen keines einz’gen  Worts

Alte Bäume, hohe Geister
Haus und Herberg' vieler Gäst'
Mutter, Vater vieler Wesen
Laden ein zum Lebensfest!

Alte Wege, heil'ge Haine

Wink aus längst vergang’ner Zeit

Friedensorte, Sammlungsplätze

Sind wir heute noch bereit?

 

 

 

 

 

 

 

 

Mammutbäume

 

 

 

Rotbraun erstehen sie mit Kräften
Langsam und mit sanften Mächten
Unten staunt ein Menschenzwerg

 

Himmelwärts geh'n diese Riesen
Wie die zarten Lichter fließen
Immergrün das Blätterwerk

 

Selbst sind wir von kurzer Dauer
Fühlen nur den ew'gen Schauer
Auf die Liebe, Mensch, oh merk!

 

 

 

 

 

 

Die Mammutbäume hierzulande wirken wie Exoten, jedoch waren sie vor der Eiszeit auch in Europa heimisch. Im Jahr 1865 wurden in Baden-Württemberg fast 8.000 Mammut-Bäume angepflanzt, die teilweise noch am Leben sind.

 

Der Mammutbaum ist (in mehreren Arten) eines der gewaltigsten Wesen dieser Erde. Er ist aufgrund seines Alters und seiner Größe einer der mächtigsten unter denen, die Himmel und Erde verbinden. Die immergrünen Baumriesen gehören zu den Zypressen-Gewächsen und zu den ältesten Baumarten auf der Erde. Sie sollen bereits vor 15 Millionen Jahren gelebt haben. Sie können über 2.000 Jahre alt und bis über 100 Meter hoch werden. Durch ihre bis zu 60 cm dicke Rinde sind sie sogar in der Lage, Waldbrände zu überstehen.

 

Die majestätischen Giganten wirken nicht erdrückend, sondern besitzen liebevolle Energiefelder, sanft, klar und warm. Durch ihre ungewöhnliche Größe wird uns Menschen unsere Kleinheit gegenüber der Pflanzenwelt besonders bewusst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hainbuche

 

 

 

Der Hain: ein Ort, der heilig ward
geschützt, umfriedet und bewahrt
von vielen harten, starken Bäumen,
die hoch und dicht ringsum einzäunten

 

Ein Paradies und Platz der Kraft
Des Todes, wer hier Unruh’ schafft!
Er inspirierte, zog die Grenze,
war Ruheplatz und Ort der Tänze

 

Solch' Plätze sind heut’ ziemlich rar
wo einmal Friede ganz und gar
Wir kennen nur noch diese Hecken
die uns're eig'ne Ruh’ bezwecken

 

 

 

 

 

Die Hainbuche, die eigentlich mit der Birke und nicht mit der Buche verwandt ist, wurde seit jeher zu Einzäunung und Umfriedung verwendet.  In der germanischen Kultur friedete man mit ihnen heilige Haine und Orte ein. Keiner durfte dort Unfrieden hereinbringen, sonst war er des Todes. Wer sich in der Verfolgung in einen solchen Hain retten konnte, war unverletzlich. Hier wurden Beratungen abgehalten, Rituale vollzogen, Feste gefeiert, sogar Heere versammelt.

Wenn wir heute Hainbuchenhecken zurechtstutzen in unseren Gärten, wissen wir kaum mehr etwas über die große Vergangenheit dieses Baumes. Gleichwohl sind sie bester Wind- und Sichtschutz und beliebte Nistplätze für Vögel.

 

 

 

 

 

 

Hainbuchenhecke

Die Birke

 

 

 

 

Das Mädchen, das ich liebe

Tanzt froh des Lebens Siege

Es wiegt sich leicht im Winde

Wie hell glänzt ihre Rinde!

 

 

Das Mädchen, das ich ehre

Verzichtet auf die Schwere

Aus allem kann es etwas machen

Wie liebe ich ihr helles Lachen!

 

 

Das Mädchen, das den Frühling bringt

Das stets bescheiden gerne singt

Es wird nicht alt, bleibt nicht so lang

Doch geht es einen hohen Gang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Birke

 

 

 

 

 

Sie ist leicht und hat Stärke
wächst schnell, geht zu Werke
mit spielender Macht
so biegsam und sacht

 

Sie tanzt und es singt
Ein Baum, der beschwingt -
So hell und beweglich
und fast unentbehrlich

 

Umarm’ ihren Stamm
verweile sodann
Verschließ’ Deine Augen
Sie kann es erlauben

 

Dir etwas zu geben
von Liebe und Leben
von Jugend und Freude
vom Hier und vom Heute

 

 

 

 

 

 

Die Birke ist ein 'Pionierbaum', einer, der mit den unterschiedlichsten Böden und klimatischen Bedingungen zurechtkommt, da sie keine hohen Ansprüche stellt, nur flach wurzelt und die vorhandenen Nahrungsquellen gut ausnützt - z.B. in Zusammenarbeit mit den Pilzen.  Sie ist sehr lichthungrig und -bedürftig, doch zieht so viel Kraft aus der Sonne, dass sogar ihr Stamm noch hell ist. Daher kommt auch ihr Name, der 'hell schimmernd' bedeutet.

 

Seit alters her galt die Birke als heiliger Baum, der für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling die jungfräuliche Göttin symbolisierte. Man erfreute sich im Frühling an ihrem frühen, zarten Grün und verehrte sie in vielen Gegenden als Symbol der Jugend und des Frühlings. Die Macht des Frühlings war so stark, dass sich zahllose Pärchen vorzugsweise in den Birkenhainen trafen - was so anstößig wurde, das man lieber die Birke ins Dorf holte - woraus unser ‚Maibaum’ entstand.

 

Bei den nordischen Stämmen war sie ein Wunderbaum, der für die Fertigung von Booten, Dächern und Schuhen taugte, aber auch für Fackeln, Kerzen, Schreibmaterial und als Gefäß. Voll innerer, federnder Spannkraft, lässt sie sich vom winterlichen Eis sogar bis zum Boden neigen und kehrt doch im Frühling wieder in die Senkrechte zurück.

 

 

 

 

 

 

Die Birke - Sprecher und Musik JW
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Die Buche

 

 

 

 

Sie liebt Schatten, ist kühl
Wir verdanken sehr viel
dieser hohen Gestalt

 

die bevölkert den Wald
wie kein anderer Baum
Sie nimmt sich den Raum

 

erneuert den Boden
beschattet von oben
An ihrem Fuß

 

verfliegt der Verdruss
wächst Stärke, Vertrauen
Da lässt sich aufbauen ...

 

Tiere lieben die Samen
Das ‚Buch‘ hat den Namen
von kleinen Stäben

 

den 'Buchstaben' eben
die magisch beschrieben
mit Runen, die blieben ...

 

So standhaft und klar
so aufrecht und wahr
Dein Grau, Deine Glätte

 

und Dein Dach eine Stätte
die Liebe verdient
der Ehrfurcht geziemt

 

 

 

 

 

Die Rotbuche – die einzige heimische Buchenart – ist mit 14% der häufigste Waldbaum in den Wäldern Deutschlands. Die “Mutter des Waldes”, wie die Buche im Volksmund wegen ihrer Boden erneuernden Eigenschaft auch heißt, wirft

ihre Früchte im Herbst ab. Die Krone einer ausgewachsenen Buche kann bis zu 600 m² beschatten.

 

Auch unsere Sprache hat ihre Wurzeln bei der Buche: Aus mit Runen beschrifteten Buchenstäben wurde der “Buchstabe”. Unser ‚Buch’ leitet sich genauso von diesem Baum her. Die Buchenrinde gehörte wie die Birke zum ältesten Schreibmaterial.

 

Die Buche bildet in trockenen heißen Jahren (sog. ‚Mastjahren’) sehr viele Früchte aus – mehr, als die Tiere zu fressen vermögen - und sichert sich

dadurch ihr Überleben und ihre Verbreitung. Die Bucheckern werden von Vögeln und Nagetieren geschätzt und dienten früher in Notzeiten auch als Nahrung und zur Ölgewinnung (auch wenn sie für den Menschen leicht giftig sind).

 

 

 

Eibenzweige mit Früchten © bigguns - fotolia

 

 

Die Eibe

 

 

 

Rot getupft steht sie im Garten
Immergrün schmückt sie mein Haus
Zur Freude vieler Vogelarten
Doch giftig für uns überaus!

 

Im Überleben wahrer Meister
Mit wenig kommt sie gut zurecht
Der Mensch jedoch wurd' immer dreister
So überlebte sie nur schlecht

 

Der Stock schlägt aus, wenn’s einmal nötig
Ihre Wunden heilen schnell
Unter Bäumen ist sie König
Steht tausende Jahre - eventuell

 

Ein jeder Ast kann neu ausschlagen
Wenn er einmal die Erd’ erreicht
So lebt sie sozusagen
Ewigkeiten – scheinbar leicht!

 

Das Holz ist hart, war schwer begehrt
Das Wachstum langsam, aber stetig
Einst war sie heilig, hochverehrt
Heute sind wir ihr nur gnädig

 

 

 

 

Anm.: Die Eibe ist ein langsam wachsender, immergrüner Baum, häufig mit mehreren Stämmen. Wurzeln schlägt sie am liebsten an einem schattigen Ort mit lockerem, humusreichem und sickerfeuchtem Boden. Durch die außer-gewöhnlichen Regenerationsfähigkeiten des Baumes ist eine Altersbestimmung nicht leicht, geht aber auf jeden Fall in den vierstelligen Bereich (2000-4000 Jahre). Wenn ein Ast – oft über Jahrhunderte – dem Boden entgegen wächst, kann er ihn berühren und Wurzeln schlagen. Er stützt zunächst den Baum, aber dieser neue Wurzelstock kann auch selbst ausschlagen und zu einem Baum werden.

 

Die Eibe wurde seit jeher zum Bogenbau verwendet, auch für Speere und Pfeile. Außerdem vergiftete man deren Spitzen gern mit dem Gift der Eibe. Dies war ein Grund für deren Abholzung. Zudem wurde sie wegen ihrer hohen Giftwirkung (für Mensch und Nutztiere, nicht für Rehe) in manchen Regionen nahezu ausgerottet. Wenn man mit Kutschen und Pferden früher rastete, knabberten die Pferde gerne an Ästen, doch wenn sie Äste der Eibe erwischten, vergifteten sie sich selbst und fielen nach einer Weile einfach tot um. Das fanden besonders die Kutscher sehr ärgerlich, weshalb sie alle Eiben, die sie sahen abholzten und die Eibe somit fast ausrotteten. Noch heute ist die Eibe eher selten, man findet sie einzeln an Waldrändern oder auch in Mischwäldern und Parks. Sie ist dabei im Flachland und den Mittelgebirgen im gemäßigten Klima zuhause. Da sie kein besonders gefragtes Nutzholz liefert und wenig ertragsreich ist, wird sie nicht gezielt in Wäldern angepflanzt. Es gibt aber durchaus Projekte, um das Überleben der seltenen Eibe zu sichern. Sie steht in Deutschland unter Naturschutz.

 

Den Kelten galt die Eibe fast als Gottheit - der Baum des Todes schreckte sie nicht. Denn für die Druiden war sie ein Symbol der Ewigkeit, der Überwindung des Todes durch die Weisheit.

 

 

 

 

 

Die Eibe - Sprecher und Musik: JW
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Die Espe (Zitterpappel)

 

 

 

 

Jeden Windhauch nimmt sie auf
Zittert leise, wispert laut
Ist leicht bewegt, leicht enerviert
Die Pappel manchen fasziniert
Lichthungrig steht sie gerne frei
Und erzählt so allerlei
So lebendig und so fein -
Viele möchten Gast hier sein
Bei ihr ist immer etwas los
Sie wird geliebt von Klein und Groß
Von Mensch und Tier, sie finden Schutz -
Und lauschen -
allem Lärm zum Trotz

 

 

 

 

 

Anm.: Wenn man in die Nähe einer Espe kommt, dann hört man sie. Ein kleiner Windhauch genügt, schon rascheln die Blätter. Das hat seinen Grund, denn die rundlichen Blätter haben einen besonders langen und dünnen Stiel. Daher kommt auch der alte Spruch: "Du zitterst ja wie Espenlaub!".

 

Vögel bauen gern ihre Nester in diesem Baum.

 

 

Die Espe - Sprecher und Musik: JW
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Die Linde

 

 

 

Die Mächtigen erkoren sich die Eiche,

Den Adler, Löwen noch dazu

Das Volk, das pflanzte eine Linde

Man traf sich dort und hatte Ruh

 

Man tanzte zu so manchen Festen

Ihr Dach beschirmte alle Leut‘

Der Duft erweckte ihre Herzen

Und Liebende hat sie erfreut

 

Es tagten dort die Dorfgerichte

Und man beriet sich gern bei ihr

Ein  Lebensbaum war in der Mitte

War nicht die Gottheit mit ihm hier?

 

Den Kranken linderte sie Nöte

Den Traurigen stand sie zur Seit‘

Sie schützte Haus und Hof, Familie

Mit Einsamen war sie zu zweit

 

 

 

 

 

Die Linde ist einer der schönsten und beliebtesten Laubbäume Europas. Doch finden wir sie nicht mehr im Wald, sondern in Parks, an Straßenrändern, auf Dorfplätzen und Wiesen. Da sich das weiche Lindenholz zwar sehr gut zur Schnitzerei eignet, aber es keine guten Preise erzielte, wurden Linden in Wäldern nicht mehr gepflanzt. Wo sie steht, treibt sie ihre Wurzeln tief in die Erde, da sie reichlich Nährstoffe und Feuchtigkeit braucht, um ihr dichtes Blattwerk grün zu halten. Ihre Blüten sind nektarreich und verströmen einen süßen Duft, der Insekten magisch anzieht. Aber nicht nur sie: noch heute belegen Gaststätten-, Orts- und Straßennamen ihre Beliebtheit unter den Menschen. Die Blüten der Linde helfen als Tee bei Fieber, Grippe und Husten und haben eine beruhigende und entspannende Wirkung. Der Lindenhonig zeichnet sich besonders durch seinen feinen Geschmack aus.

Winterlinden umgaben die Kultstätten der Kelten. Sommerlinden waren dagegen die der Göttin Freya geweihten Einzelbäume. Auch heute findet man noch einige schöne alte Dorflinden, unter denen früher gefeiert und getanzt wurde,  Mittelpunkt der Dörfer und Städter und Inspiration für Dichter und Sänger. Auch die Gerichte und Ratsversammlungen fanden hier statt.  Bei den Germanen und  Slawen galt die Linde als heiliger Baum. Wie die Eiche ist sie ein Baum, der in Deutschland schon lange eine besondere Stellung einnimmt Während man die Eiche als männlich empfand,  steht die Linde für Weiblichkeit, Lieblichkeit, für Fruchtbarkeit, den Sommer, Frohsinn, Schönheit und Liebe.  Bis hin zum Lind-wurm reicht die Symbolik: Siegfried, der im Drachenblut badet, fällt ein Lindenblatt zwischen die Achseln und macht ihn wieder verwundbar. Sie war der Baum der Zusammenkunft und des Austauschs von Nachrichten. Die Sommerlinden können über tausend Jahre alt werden und stehen lange an so einem Ort. Als Femelinden bezeichnet man ausgesprochene Gerichtsbäume. Sog. ‚Blutlinden‘ zeugen von ungerecht Verurteilten; nach Kriegen pflanzte man gerne ‚Friedenslinden‘. Noch heute sind viele Orte und Gaststätten, Familien- und Straßennamen nach ihr benannt.

 

Die Linde - Sprecher und Musik: JW
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Die Rosskastanie

 

 

 

 

Prachtvoll mit vielhundert Kerzen

Säumst Du uns’res Weges Rand

Höher schlagen Kinderherzen

Blätter strecken aus die Hand

 

Stolz in einem grünen Kleide

Festlich reich und hoch gestimmt

Schenkst Du manchem Menschen Freude

Dem, der bei Dir Zeit verbringt

 

Unter Deinen schönen Hause

Ist man ungern nur allein

Macht man gern mal eine Pause

Mag man leicht und fröhlich sein

 

 

 

 

 

 

Aus den Balkanländern kam die Rosskastanie in unserer Zeit 1576 aus Konstantinopel nach Europa. Sie wurde und wird vorzugsweise in Parks und in Alleen angepflanzt. Ihren Namen hat sie ebenfalls von den Türken, die sie als Pferdefutter und –Heilmittel einsetzten. Schnell wurde sie zu einem repräsentativen Baum, den die Könige, aber auch die Städter gerne in Parks und als Alleen anpflanzten.

 

Die Rosskastanie symbolisiert Fröhlichkeit, Freude, Geselligkeit und Überfluss. In früheren Zeiten wurde sie in der Dorfmitte gepflanzt, damit die Pferde sich in ihrem Schatten ausruhen konnten, während die Fuhrleute in der Gastwirtschaft daneben etwas tranken. So entstanden wohl auch die ersten Biergärten, in denen man heute so gerne weilt.

 

Früchte und Rinde können als Heilmittel eingesetzt werden, besonders für das Gefäßsystem wirken sie entkrampfend und beruhigend. Die herrlich glatten, rotbraunen Früchte werden von Kindern gerne gesammelt und als Viehfutter oder für Bastelarbeiten verwendet.

 

Nicht zu verwechseln ist sie mit der Edelkastanie, deren Früchte wir als Maronen genießen; sie hat mit ihr nur die Ähnlichkeit der Früchte gemein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kiefer

 

 

 

In der Erde tief gegründet
mit dem Lichte hoch verbündet

 

Wunschlos und zurückgenommen
wird auch Schwierigstes begonnen

 

Anspruchsarm hat sie gesiegt

Überall ist sie beliebt

 

trotzt den Stürmen
ragt gleich Türmen

 

trägt die Härten
schmückt die Gärten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kiefer auf dem Lilienstein © bina01 - Fotolia.com

 

 

 

 

 

 

Anm.: Im Volksmund wird die Kiefer gerne auch als Föhre, Forche, Dale oder Kienbaum bezeichnet. Ihr Name “Kiefer” entwickelte sich vermutlich aus dem Wort “Kien,” dem Span, der zum Feuer machen diente. Einst bildeten die Kiefern fast die Hälfte unserer gesamten Waldfläche. Dies rührt daher, dass dieser Baum auch auf den magersten Böden wächst und überlebt. Kiefern werden bis zu 50 Meter groß und rund 600 Jahre alt. Die sogenannten Grannen-Kiefern gehören mit einem Alter von über 4000 Jahren zu den ältesten Lebewesen der Erde.

 

Für manche Menschen gibt es fast nichts Schöneres als eine Kiefer unter blauem Himmel: die junge fuchsrote Rinde, das Grün der Nadeln, der Hauch japanischer Gärten, der einzigartige Geruch, vor allem, wenn geschlagenes Holz am Weg liegt. Kiefern sind weltweit die wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Die Kiefer ist (wie auch die Birke) ein typischer Pionierbaum, der dank seiner großen Samen-Bildung und Anspruchslosigkeit an Erde und Wasser relativ schnell freie Flächen (z.B. nach Bränden oder Naturkatastrophen) besiedeln und Wälder bilden kann. Hinzukommt, dass Kiefern Tiefwurzler sind und dadurch relativ gut Stürmen widerstehen können. Sie sind nicht sehr konkurrenzfähig, wachsen aber auch dort, wo keine anderen Bäume mehr sind, trotzen kärglichen Sandböden und felsigen Orten ebenso wie großer Hitze und frostigem Wind.

Sie können auf Extremstandorten mit wenig Erde oder Wasser existieren, weil sie dort von konkurrierenden Baumarten nicht verdrängt werden können.

Meist anspruchslos und gutwüchsig, werden sie oft an Stelle der einheimischen Baumarten für die effektive Wiederaufforstung nach Waldzerstörungen und Rodungen verwendet. Auf diese Weise entstehen relativ schnell Reinbestände von Kiefernwäldern, die aber nach und nach durch andere Baumarten wie Birken, Buchen und Eichen besiedelt und übernommen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Windflüchter

 

 

 

 

 

Vom Winde zerzaust, gebeugt von dem Sturm
Erscheint mir die Kiefer stark wie ein Turm
Muss sie doch immer an diesem Ort stehen
Wo raue Gesellen sie ständig anwehen

 

Es war mal der Luftgott, der sie gebracht
Zur Botin des Schicksals für alle gemacht
Bescheiden und trotzig hält sie hier stand
Markant und erstaunlich den Menschen im Land

 

 

 

 

 

Anm.: Windflüchter sind Bäume, die einem vorwiegend aus einer Himmelsrichtung kommenden Wind nachgeben müssen, gleichsam ’vor dem Wind flüchten’. Aufgrund ihrer eindrücklichen Erscheinung sind sie nicht selten ein Wahrzeichen ihrer Landschaft.

 

 

 

 

 

Windflüchter am Ostseestrand © imohn/fotolia
Der Windflüchter: Text und Musik: JW
Der Windflüchter3.mp3
MP3-Audiodatei [1.2 MB]

Die Tanne

 

 

 

So gerade, klar nach oben
wächst in uns'rem Land nicht viel
braucht's tiefe Wurzeln in dem Boden
damit man doch erreicht das Ziel

 

Einhundert Jahre hält sie aus
im Schatten and'rer Bäume
Dann legt sie los und kommt sie raus
verwirklicht ihre Träume

 

So majestätisch und harmonisch
steht sie da in uns’rem Tann,
So wenig krumm und gar nicht launisch
ist sie ein wahrer Edelmann

 

Wenn alles dunkel, alles weiß
an uns'rem Jahresend
ist sie der Lebenskraft Beweis
zu einem Lichtadvent

 

 

 

 

 

Anm.: Tannen wachsen schnell, klar und gerade – wenn sie gute Bedingungen vorfinden. Doch seltsamerweise suchen sie sich mit Vorliebe die unwirtlichsten Standorte aus, trotzen dort den größten Widrigkeiten, verkrüppeln zwar, aber überleben.

 

Tannen sind in vielen Kulturen Symbole von Geburt und Wiederauferstehung. Als immergrüne Bäume verkörpern sie die Kraft des Lebens zur Zeit der Wintersonnenwende – wie unser ‚Tannenbaum’ – aber auch den religiösen Glauben an das ewige Leben. Daher sind Tannenzweige und Tannenreisig auch Bestandteil für Grabschmuck und Grabkränze.

Die Nadelblätter sind generell eine Anpassung an trockene Standorte. Sie verdunsten durch ihre kleine Oberfläche nicht so viel Wasser. Im Winter ist durch die gefrorenen Böden kein Wasser zu erhalten. Die Laubbäume werfen deshalb ihre Blätter ab (die etwa 30 000 Blätter, die ein Laubbaum durchschnittlich trägt, verdunsten an warmen Sommertagen mehrere hundert Liter Wasser).

 

Der ‚Tann’ bezeichnete früher den Wald.

 

 

 

Die Tanne - Sprecher und Musik: JW
LANDR-Die Tanne.mp3
MP3-Audiodatei [4.2 MB]

 

Der Flieder

 

 

 

Und vor Dir liegt das Blütenmeer
Du steigst hinein und schwimmst umher
Du tauchst hinab ins schwere Glück -
Und kehrst an Land so leicht zurück

 

 

Ein österreichischer Gesandter brachte den Flieder 1565 aus der Türkei an den Wiener Hof. Von dort aus hielt der Blütenstrauch schließlich Einzug in die mitteleuropäischen Gärten. Er wächst als Strauch oder als einstämmiges Bäumchen und gehört zu den Ölbaumgewächsen (Syringe). Wenn sich Anfang Mai seine zahlreichen leuchtenden, langen Blütenrispen öffnen und ihren unverwechselbaren Duft verströmen, gibt es kaum etwas Schöneres. Im Gegenzug zu seinem lieblichen Duft ist der gesamte Flieder bitter und wird daher von keinen fressenden Tieren heimgesucht. Dafür taugt er als Heilmittel gegen Fieber und Verdauungsschwäche.

Alle Fliederarten sind Sonnenanbeter, pflegeleicht und vertragen auch trockene Hitze. Neu gezüchtete Sorten haben seinen etwas altbacken gewordenen Ruf wieder stark verbessert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pinie in Huangshan

 

 

Wie einsam steht die Pinie

und schaut ins weite Land

Dem Licht und Himmel nahe

hat sie doch festen Stand

 

Ist frei mein Geist und offen,

ist Weite ringsumher

Es lösen sich die Bande 

Ich weiß - und sehe mehr

 

 

 

Pinien gehören zu den Kiefern, die durch eine schirmartige Krone auffallen. Sie lieben Licht und Wärme und gedeihen in dürren, wenig besiedelten Regionen. Bei uns sind sie vor allem im Mittelmeerraum zu finden. Sie erreichen ein Alter von bis zu 250 Jahren. Die Kerne sind essbar und wohlschmeckend. 

 

 

 

 

 

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© Jürgen Wagner