Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

Zukunft und Hoffnung

 

 

 

Blickt man persönlich nach vorne, kann das heller oder dunkler ausfallen. Blickt eine ganze Generation in die Zukunft, sieht sie selten viel Licht. In unserer Zeit mit den ausufernden Möglichkeiten der Wirtschaft und der Technik, den hochgerüsteten Nationen und ihren machtbewussten Staatsmännern hätte man schon genug zu fürchten. Die sich abzeichnenden, vom Menschen gemachten globalen Klimaveränderungen und ihre Folgen aber lassen uns wenig Raum, Gutes für die Welt zu erhoffen. Es mag gut sein, dass wir die Zukunft nicht kennen und nicht kennen können – so bleibt in unserer Gegenwart immer noch viel Raum, Gutes zu tun, Schlechtes zu vermeiden und sich des Lebens zu erfreuen!

 

 

 

 

 

 

 

Oh preist das Leben auf der Erd‘

 

              

Oh preist das Leben auf der Erd‘,
das so viel Schönheit uns beschert,
das sich entfaltet, sich erhält,

in Tag und Nacht ist es gestellt

 

Oh lasst uns uns’re Stimm‘ erheben,

uns’re Händ‘ und Füße regen,

hegen diesen großen Garten,

wahren seine vielen Arten

 

Oh liebt das Leben auf der Erd‘!

Es ist die große Mühe wert,

die Arbeit und das Auferbau’n,

das Lernen, Hoffen und Vertrau‘n    

 

Oh schützt das Leben auf der Erd‘,

die große Reise ist es wert,

dass jeder gibt und jeder nimmt,

wir miteinander glücklich sind     

 

Oh ehrt das Leben auf der Erd‘,

das sich von and’rem Leben nährt,

gefährdet sind wir alle Zeit,

doch auch zu einem Ja bereit     

 

Und zweifeln wir an Mutter Erd‘,

wohin sie mit der Menschheit fährt,

ein Regenbogen uns erscheint:

schau wie es ist und wie‘s gemeint! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

JETZT!

 

 

 

Wenn Schmetterlinge fehlen und Bienen sterben,
keine Frösche im Teich mehr umeinander werben,
keine Lerchen mehr singen, keine Schwalben jagen,
dann ist es zu spät, zu jammern und klagen

 

Wenn die Meere vermüllen und die Fische verenden,
wenn immer mehr Menschen Ressourcen verschwenden,
wenn Temperaturen steigen, das Meer sich hebt,
dann ist es für kluge Worte zu spät

 

Wenn Technik sich verfeinert, Menschen verrohen,
 Tyrannen herrschen, Katastrophen drohen,
wenn der Kampf um Wasser und Nahrung beginnt,
dann wird man sagen: wie war'n wir doch blind!

 

H e u t' ist der Tag und jetzt ist die Zeit,
die Gier zu beenden, unnötiges Leid
H i e r ist der Ort, in Frieden zu leben
die Natur zu achten, zu lieben, zu hegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles kehrt zu uns zurück

 

Wenn wir die Tiere achten,
das Rind, das Huhn, das Schwein
wird i h r e Kraft uns stärken
und unser Glück selbst sein

Wenn wir die Bäume pflegen,
den Strauch, das Moos, das Kraut
wird Luft uns s o beleben,
wird unser Sein erbaut

Wenn wir die Flüsse ehren,
die Meere, Bäche, Seen,
dann werden wir gesegnet
mit Wasser rein und schön

Wenn wir die Lüfte schützen,
den Anspruch reduzier'n,
vereinfacht sich das Leben
Gesundheit wird uns zier'n

Wenn wir so weiterleben
und nichts mehr respektier'n
wird all der Dreck zurückkehr'n,
das Gift u n s ruinier'n

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wohin die Menschheit wohl marschiert?

 

 

 

Wohin die Menschheit wohl marschiert?

Die Welt wird digitalisiert,

die Autos fahr'n bald von alleine

Man braucht kein Geld mehr, keine Scheine,

 

den Hausarzt bräucht‘ es nicht mehr geben

Computer steuern unser Leben,

umspannen bald die ganze Welt

Profit, Gewinn sind das, was zählt

 

Vergiftet werden Land und Meere

Verpestet uns're Atmosphäre

Insekten sterben, Vögel hungern 

Sind Menschen auch bald nur noch Nummern?

 

Die Arbeit übergeben wir Maschinen,

damit sie uns verlässlich dienen

Vernetzt wird alles - und verstrahlt

Mit der Gesundheit wird's bezahlt

 

Die Welt rückt immer mehr zusammen

Wer hat, der kann sich noch entspannen

Wer nicht hat, wird noch härter kämpfen.

Selbst Völker kommen an die Grenzen,

 

wenn Pole schmelzen, Meere steigen

Orkane toben, Götter schweigen,

die Menschen fliehen, Zuflucht suchen

und ihr Geschick vielleicht verfluchen

 

Sich selber will der Mensch ausbreiten,

die Technik stets dabei ausweiten

Er träumt von anderen Planeten

Doch sollt‘ er für den seinen beten

 

 

Wir sind ein Teil des großen Lebens,

ein kleines Stück des feinen Webens,

wo alles miteinander wird,

man sucht und findet, trifft und irrt

 

Den eig’nen Beitrag mag man leisten

und etwas mehr tun als die meisten,

vielleicht auf etwas mal verzichten,

sich selbst erkennen, auszurichten,

 

in die Natur geh'n, sich erfreuen,

für sie auch keine Mühe scheuen,

das große Leben in ihr sehen,

das weite Gott- und Weltgeschehen

 

In ihm, in sich mag jeder ruh’n,

für and‘re Wesen gern was tun

Der kleinste Same kann ausschlagen,

kann etwas Neues in sich tragen,

 

kann wachsen und nach oben streben,

kann Früchte bringen, neues Leben

Die Vögel werden Nester bauen

und Menschen wieder neu vertrauen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Fluss

 

 

Die Quelle sprudelt frisch und klar,
so geht es auf die Reise
Das Leben ist doch wunderbar,
zieht seine großen Kreise

 

Er wächst und strömt mit Kraft dahin,
geht stets mit dem Gefälle
Es nicht zu wissen, ist nicht schlimm,
genügend weiß die Welle

 

Hinauf, hinab, so geht die Fahrt
Zustrom gibt frische Kräfte
Auf einmal stürzt er tief, fällt hart
Was das ihm heut wohl brächte?

 

Er sammelt sich in größ'rer Ruh,
zieht langsam wieder weiter
Zurückzuschaun, das ist tabu
Erfahrung macht gescheiter

 

Lang geht's nur über Stock und Stein
Doch da kommt eine Dürre
Es stockt, er wird ganz dünn und klein
und wird an sich fast irre

 

Gottlob, der Regen füllt ihn an,
vergessen sind die Sorgen
Zum Meer ist's noch ein langer Gang,
im Kreis ist er geborgen

 

 

 

 

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