Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

Irland und Schottland

 

 

 

 

Irland und Schottland sind Länder, in die man gerne reist: die mächtige Natur, die sprechende Geschichte, die Freundlichkeit der Menschen und ihre Musik sind Gründe dafür.

 

Vom 3. bis zum 5. Jahrhundert gab es die iro-schottische Kirche (Irland, Wales, Nord-Schottland).  Es war eine Kirche ohne zentrale Gewalt und unabhängig von Rom. Den Übergang von der alten Naturreligion zum Christentum hatte man weitgehend friedlich bewältigt. So musste man das Alte nicht – wie auf dem Kontinent – ausrotten, man konnte etwas bewahren. Man konzentrierte sich dabei auf die mönchische Lebensweise. Viele Mönche gingen  auf Reisen und brachten so das Christentum auf das Festland bis in die Schweiz, nach Italien und Galicien, nach Island und zu den Färöern. Den iro-schottischen Mönchen verdanken wir außerdem die berühmten, mit keltischen Mustern gestalteten Buchmalereien, die keltischen Kreuze und einen anderen christlichen Geist als den des kontinentalen römisch geprägten Christentum. In den irischen Segensworten, in gälischen Weisheiten und Zitaten, in der Musik, in den Tänzen, in der gälischen Sprache ist bis heute davon etwas lebendig geblieben.

 

 

 

 

 

Irland

 

 

 

Irland ist ein kleines Land in Europa. Seit dem Wirken St. Patricks, des irischen Nationalheiligen im 5. Jh., der wesentlich zur Aufnahme des Christentums beigetragen hat, spielte Irland bis zum 12. Jh. eine führende Rolle in dem Übergang von der alten zur neuen Zeit. 1210 beginnt die irische Leidensgeschichte mit ihrem großen Nachbarn, als der Sohn Heinrichs II.  Irland für die englische Krone unterwirft und zwei Drittel des Landes sich zu eigen macht. Seitdem hat England immer wieder (erfolgreich) versucht, seine Macht und seinen Einfluss auf der Nachbarinsel durchzusetzen. Erst im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten 1921-22 konnte sich ein ‚Freistaat Irland‘ verselbständigen - Nordirland blieb auf eigenen Wunsch bei England. 1937 wurde die ‚Republic Éire‘ gegründet. Aus dem 2. Weltkrieg hielt man sich raus, getreu dem Motto ‚England’s difficulty is Ireland’s opportunity‘.

 

Heute ist Irland zusammen mit Großbritannien Mitglied der EU, 83% der Iren stimmten dafür. Die paramilitärische IRA, die lange mit Bombenanschlägen ein vereinigtes Irland unabhängig von England erkämpfen wollte, bot 1994 nach einer Orgie der Gewalt einen Waffenstillstand an. Seit 2005 schweigen die Waffen tatsächlich. Geschichtlich betrachtet ist die IRA nicht einfach eine politisch motivierte Terrorgruppe im Stile der deutschen RAF, sondern das letzte Ventil einer jahrhundertelangen brutalen Fremdherrschaft und Unterdrückung.

 

Irland ist heute nicht nur ein selbstbewusstes europäisches Land, von dem wir viele alte Segensworte schätzen, sondern mit seiner Landschaft, seinen Zeugnissen, seinen Menschen ein Beispiel großer Natur und Kultur und Menschlichkeit.

 

 

 

 

 

 

 

Mögen Deine Tage viele sein

und Deine Schwierigkeiten wenige.

Mögen alle Segnungen Gottes

auf Dich herabkommen.

Möge Frieden in Dir sein

und Dein Herz stark sein.

Mögest Du finden, was Du suchst,

wo immer Du Dich herumtreibst.

 

Traditionell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das sind die Dinge, die ich Dir von Herzen wünsche …

 

Jemanden zu lieben

Etwas Arbeit

Ein bisschen Sonne

Etwas Fröhlichkeit

Und einen Schutzengel

Der Dir immer nahe ist

 

 

Traditionell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

May your neighbors respect you,
Trouble neglect you,
The angels protect you,
And heaven accept you.

 

 

Traditionell

 

 

 

 

 

 

 

Das Book of Kells mit den vier Evangelien wurde wahrscheinlich um 800 im Kloster Iona vor der schottischen Westküste hergestellt und zur Zeit der Wikingereinfälle aus Sicherheitsgründen nach Irland gebracht. Die Muster sind traditionell keltisch und in einem unglaublichen Reichtum und technischen Können angefertigt.

 

 

 

 

 

 

Der Drombeg Stone Circle in der Nähe von Cork

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schottland

 

 

 

 

Das wohl in Schottland geschriebene Book of Kells, das nach Irland gerettet wurde, lässt ahnen, dass es eine tiefe Verbundenheit beider Länder gegeben hat. Beide haben nicht nur das typische Regenwetter und die weiten Landschaften, sie eint vor allem die gemeinsamen keltischen Wurzeln. Und: die Nachbarschaft zu England. Geschichtlich betrachtet wurde Schottland von einem irischen Volksstamm besiedelt und verdankt seine Religion irischen Mönchen.

 

Auch Schottland hat seine Feindschaft mit England seit der Hinrichtung der schottischen Königin Maria Stuart durch die englische Königin Elizabeth I.. In dessen Folge wurden 1601 beide Länder unter der englischen Krone vereinigt. 1707 folgte dann der politische Zusammenschluss, nachdem das schottische Parlament seiner eigenen Auflösung im „Act of Union” zugestimmt hatte.

 

Bis heute bewahrt das 78 000 Quadratkilometer große Land mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern aber ein eigenes Rechts- und Bildungssystem, sowie eine eigene Kirche und Sprache. Das keltische Gälisch sprechen noch etwa 70 000 Schotten. Bis heute wird bei offiziellen Anlässen der berühmte "Schottenrock" getragen, eine Tradition aus keltischer Zeit, in der die Clans sich über KAros und Farbenmuster auf ihren Kilts voneinander abgrenzten.

 

Durch Öl- und Erdgaslager vor der schottischen Küste in der Nordsee erlangte das ehemals durch Schafzucht und Fischerei geprägte Land seit den 1970er Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es entstanden Zehntausende neue Arbeitsplätze. Auch der Tourismus erlebte eine Blüte: Wegen seiner natürlichen Landschaft mit grünen Hügeln und zahlreichen Seen mit vielen Burgen und Schlössern gilt Schottland als beliebtes Urlaubsland.

 

 

 

 

 

Isle of Skye: Quiraing-Massiv

 

 

 

 

Ein Schotte kam mit seiner Frau an einem Würstchenstand vorbei. Oh, wie das duftet!" "Ja, wenn Du willst, gehen wir auf dem Rückweg noch mal daran vorbei!"

 

 

 

 

 

Glen Affric

 

 

 

 

 

Ein Schotte im Himmel. Petrus: "Hier oben sind eine Million Jahre wie eine Minute und eine Million Pfund wie ein Penny." Schotte: "Ja super, dann leih mir doch bitte einen Penny!" Petrus: "Aber ja gern, wenn du eine Minute Zeit hast ...?"

 

 

 

 

Isle of Lewis Callanish standing Stones

 

 

 

 

Besser einen guten Rückzug,

als einen schlechten Standpunkt.

 

Schottische Weisheit

 

 

 

 

In den Highlands

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