Jürgen Wagner
Jürgen Wagner

 

Länder und Zeiten

 

 

 

 

Der Impressionismus ist eine Epoche in der europäischen Kunstgeschichte, die von der Malerei ausging und von da aus auf in die Musik und Literatur überging. Zwischen 1860 und 1920 gab es diese Bewegung, die sich von der bisherigen Malerei löste und das Tor zur Moderne aufmachte. Viele der späteren Entwicklungen (Expressionismus, Kubismus, Pointillismus u.a.) entwickelten sich aus ihm.

Bisher zeichnete man möglichst sorgfältig naturgetreu. Nun begannen einige, spontan, schnell und direkt den inneren Eindruck auf die Leinwand zu bringen, das eine Landschaft oder eine Szenerie auf sie machte. Man nannte sie nach dem Bild 'Impression, Sonnenaufgang‘ 1872 von Claude Monet ‚Impressionisten‘. Viele Zeitgenossen sahen in ihren Bildern ‚bloße Eindrücke‘, experimentelle Skizzen, gar 'Schmierereien', aber keine ‚richtige Kunst‘. So verkauften sich die Bilder schlecht, die Maler blieben arm und ernteten mehr Spott als Ruhm. Anders die Nachwelt: 2016 wurde ein Heuhaufen Monets (‚Meule‘) mit 72,5 Millionen Dollar das teuerste Kunstwerk des Jahres.

Sie zeichneten nicht mehr genau die Linien der Natur nach, sondern malten spontan und intuitiv das innere Bild mit dem Spiel des Lichtes, mit hellen Farben, mit kurzen starken Pinselstrichen. Indem sie etwas mehr Abstand hielten zu den Dingen, gaben sie ihnen mit ihrer Unschärfe zugleich etwas von ihrem Geheimnis und ihrer Lebendigkeit zurück, die sie in der gegenständlichen Malerei  allzu leicht einbüßten.

Musiker wie Debussy und Ravel taten es den Malern nach und brachten in ihrer Musik primär Atmosphäre und Stimmung zum Ausdruck. Film und Fotographie wurden inspiriert. In der Bildhauerei tat es Auguste Rodin ihnen nach.  Auch in der Literatur gab es diese neue Art, die Wirklichkeit zu sehen. R.M. Rilke, Hugo von Hofmannsthal, Stefan George und Stefan Zweig wurden die Dichter der inneren Wahrnehmung.

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© Jürgen Wagner